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Der Insider

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Revier Bodrum-Marmaris


Bodrum, das zweite große Segelzentrum an der Küste ist wegen seines besonderen Charmes vor allem als Zweitwohnsitz wohlhabender Türken beliebt. Beim ersten Bummel scheint es, als bestehe der Ort nur aus Restaurants, Bars, Gold- und Teppichläden. Man muss schon ein paar Schritte in die Seitensträsschen hinein gehen, um festzustellen, dass hier auch normale Menschen leben und ihrem Alltag nachgehen. Schön sind die alten Bodrum-Häuser aus massivem Naturstein, die Gartenmauern mit blühendem Oleander und Bougainville. Am Hafen steht man staunend vor den ankernden, honiggelb leuchtenden Gulets, die alle auf Charterkundschaft warten. Panoramen: klick

Die bisherige Karada Marina heißt seit 2003 Milta Bodrum Marina, kurz Bodrum Marina, nachdem die anfangs beteiligte Karada Holding ausgestiegen ist. In den Hochsommermonaten ist die Marina mit ihren 450 Liegeplätzen zu 95% belegt. An Wochenenden findet man dann oft keinen freien Platz, frühzeitiges Anmelden wird deshalb empfohlen (Tel: 0252 3161860). Die Charterfirmen Pupa- und Yildiz-Yachting haben hier ihre Boote stationiert. Der in der Marina heimische Bodrum Yachtclub veranstaltet mehrmals im Jahr Regatten, an denen bis zu 30 Yachten teilnehmen, sogar im Winter. Die Bodrum Race Week, die zur griechischen Insel Kos führt, erfreut sich von Jahr zu Jahr größerer Beliebtheit unter Charterern und privaten Yachteignern.

Verlässt man Bodrum in südöstlicher Richtung in Richtung Gökova Golf, kann man im Sommer mit Raumschots-Wind rechnen. Man segelt zwischen Festland und der Insel Karaada und muss mitunter auf heftige Böen gefasst sein.

Kargicik Bükü ist ein Archipel von Buchten und Inseln, die gegen die vorherrschenden sommerlichen Winde und den Seegang geschützt sind. Die früher bei Seglern beliebte Westbucht ist leider durch die Hotelanlage Seagarden-Hapimag besetzt, man wird des Platzes verwiesen. Bleiben die Ankerplätze im Südteil der Pubuç-Bucht auf 5 - 10 m (der Nordteil ist ebenfalls von Seagarden belegt) und die Ankerplätze rund um die Insel Orak. Hier findet man einen sicheren Platz gegen südliche Winde im Einschnitt an der Nordseite. Da der Platz begrenzt ist bringt man eine Leine zu den Tamarisken neben dem kleinen Anleger im Scheitel der Bucht aus. Mehrere Plätze befinden sich an der Ostseite der Insel. Beim Ansteuern auf das östlich vorgelagerte Riff achten! Da der Grund rasch abfällt empfiehlt es sich eine Leine zu den Felsen auszubringen. Die Ostküste der Orak Insel wird tagsüber gerne von Gulets und Motoryachten aus Bodrum besucht, nachts ist man fast alleine. Bei südlichen und östlichen Winden muss man in die Nordbucht ausweichen. Ein dritter Ankerplatz befindet sich an der Nordküste der Kargiçik, da wo die Fischer liegen oder noch weiter östlich neben der auffallenden Villa vor einem Kiesstrand. Leine zum Land ausbringen, da der Wind von Nord oft heftig auffrischen kann.

Alakisla hat einen Ankerplatz im Norden der Bucht vor einem Kiesstrand: klick. Bei der Ansteuerung lässt man die kleine Insel Yildiz an Backbord, wenn man ganz sicher sein will, der Klippe zu entgehen, die mit einem Seezeichen markiert ist. Beim Näherkommen erkennt man einige byzantinische Ruinen am Strand. Der Ankergrund besteht aus Schlick und ist mit kurzem Seegras bewachsen. Auch hier empfiehlt sich eine Landleine zu den Bäumen am Ufer. Der kleine Einschnitt nach Westen neben den Ruinen bietet Platz für eine Yacht mit zwei Leinen zu den Bäumen. Im Südwesten der weiträumigen Alakisla Bükü gibt es noch einen Einschnitt, der ebenfalls gut geeignet ist. Leine zum Land. Achtung vor dem gut sichtbaren Felsen.

Kargili ist eine breite, tief nach Norden einschneidende Bucht, die guten Schutz bei westlichen Winden bietet. Tiefes Wasser auf beiden Seiten der Einsteuerung. Im letzten Drittel steigt der Grund vor dem Steinstrand auf ankerhaltende Wassertiefen. Da genügend Raum zum Schwojen vorhanden ist, ankert man am besten vor dem Strand. Anker gut einfahren, er hält nicht immer auf Anhieb. Die Fallböen von den Bergen im Norden können am Nachmittag heftig sein. Deshalb sollte man u. U. eine Landleine zu den Olivenbäumen am Ufer ausbringen. Nur bei starkem Seegang aus westlicher Richtung entsteht leichte Roll-Dünung. Die Bucht ist unbewohnt.

Çökertme ist eine gleich nebenan liegende Bucht, die ebenfalls gegen den westlichen Tageswind schützt. Bei südlichen Winden (wie Kargili auch) dagegen ist der Platz gefährlich und muss unbedingt verlassen werden. Vor dem Ort gibt es Stege (klick) vor Kaptan Ibrahims Restoran mit Murings, Achtung vor den im Wasser treibenden Muringleinen. Weiter östlich gibt es weitere Steganlagen mit Muringleinen, an denen man anlegen kann. Eine echte Alternative zu Ibrahims Restoran ist das Rose Mary Restaurant. Bei Ibrahim gibt es neben türkischer Küche und Hühnchen aus dem Backofen manchmal einen türkischen Abend*). Bei Rose Mary soll das Essen etwas besser sein. Bei beiden gibt es Wasser, Duschen/WC, Minimarkt und Telefon. Wer will, kann auch auf einem Kamel reiten oder sich mit Souvenirs eindecken. Im Dorf Çökertme, weiter oben am Berg, werden Teppiche geknüpft. Beim Einlaufen in die Bucht wird man von allen Seiten mit hochgehaltenen Muringleinen angelockt.

*)Der Filou des Golfes Alle kennen ihn, alle sprechen von ihm, alle wollen zu ihm. Es ist wie Fingerhakeln im Hofbräuhaus, wenn Ibrahim in seinem Restaurant in die osmanischen Stülpstiefel klettert, die beiden Patronengürtel über Kreuz anschnallt und die Flinte schultert. Zum Takt der Dorfkapelle (Geige, Trommel, Flöte) wiegt er sich mit erhobenen Armen und beginnt jeden Abend pünktlich um 1/2 9 seinen Pistolentanz. Dazu trinkt er Raki, vertilgt geschälte Gurken und schießt mit Platzpatronen (Achtung Höhepunkt!) in die weinbelaubte Pergola, wo einer seiner Söhne hockt und ein gackerndes Huhn herunterflattern lässt. Seit Jahren geht das so, Abend für Abend. Wenn die Stimmung nicht mehr zu steigern ist, fordert Ibrahim die blondeste der Segler-Damen zum Tanz auf. Seine Frau präpariert inzwischen die Nargile, die Wasserpfeife. Wer will kann nach dem Tänzchen beim Meister lernen wie man aus dem blubbernden Glasgefäß beißenden Rauch inhalliert. Bis zu 20 Yachten und Gulets legen mitunter an den Felswänden von Çökertme an, um Ibrahim zu erleben. Wer Fingerhakeln und Schuhplatteln auf türkisch mag, ist herzlich willkommen. Ruhiger geht es bei Rose Mary zu.

Östlich von Çökertme fällt der hohe Schornstein des umstrittenen Kraftwerks von Ören auf. Umweltschützer haben dagegen protestiert, Saynur Gelendost, eine umweltbewusste Journalistin aus Bodrum ihren Hungerstreik bis ins Koma getrieben - genutzt hat alles nichts: der Schornstein raucht unsichtbar vor sich hin.

Gegen West- bis Nordwinde sehr gut geschützt ist Akbük. Grüne, dicht bewaldete Berge umgeben die Bucht. Der Wind kommt aus wechselnden Richtungen über die Berge, die an der Nordflanke steil bis auf 951 m Höhe ansteigen. Nachts kommen gelegentlich extrem heftige Fallwinde von dort oben. In der Nordwestecke vor dem Kieselstrand ist genügend Raum zum Schwojen. Ankert man in einer der südlichen Einbuchtungen, so empfiehlt es sich eine Leine zum Land. Zwei Restaurants haben Steganlagen für komfortableres Liegen. In jedem Fall verpflichtet man sich in Villa Akbük oder in Altas Restaurant zu Abend zu essen, wenn man einem der Stege festmacht.

Ganz hinten zum Ende des Gökova-Golf gehen die hohen Berge in flaches Schwemmland über, das mit der Gökova Iskele nur geringen Schutz bietet. Ankerplätze gibt es hier nicht, weshalb man den hintersten Teil des Golfes besser meiden sollte. Die Pier ist von Fischern und Ausflugsbooten belegt, Platz für eine Yacht nur selten frei. Der nächste Ankerplatz bei sommerlichem Westwind ist Sehir Adalari (Kleopatra-Insel), 10 sm westlich.

Die Kleopatra-Insel ist der Höhepunkt im hinteren Zentrum des Gökovagolfes. In der Seekarte heißt die Inselgruppe sehir adalari. Den einzigen Korallenstrand im Mittelmeer hat Mark Anton für die Königin aus Ägypten vom Roten Meer herangeschafft und ihr als Hochzeitsgeschenk vor die Füße geschüttet. Die ehemals geheimnisumwitterte Insel ist längst entzaubert. Der Strand wird von Marmaris aus vermarktet: Busse und Boote schaufeln Tagestoursiten heran. Wer trotzdem den sagenumwobenen Sand durch seine Finger gleiten lassen will, kommt am Vormittag vor zehn, ankert auf 5 bis 6 m in der geschützten Bucht, pullt an Land und segelt, wenn der Ansturm beginnt, wieder davon. Nachts gilt Ankerverbot. Mehr: klick

Feuermachen verboten! Wer an der türkischen Küste und insbesondere im waldreichen Gebiet des Gökovagolfes (aber auch sonst überall) Feuer macht, um seine Lammkoteletts am Strand zu grillen, läuft Gefahr im Gefängnis zu landen. Waldfrevel ist ein hochbestraftes Vergehen. Auf dem Deckblatt zu jedem Transitlog wird ausdrücklich darauf hingewiesen. Dummheit und ein Streichholz waren die Ursachen für den größten Waldbrand, der weite Flächen des Reviers zwischen dem Ende des Gökova-Golfes bis 30 km weit Richtung Marmaris niederfackelte. Die Arbeiter, die in einer Feriensiedlung den Brand ausgelöst haben, sitzen seither im Gefängnis.

Anlegesteg in Karacasögüt (Gökovagolf) ist leicht anzusteuern und bietet bei westlichen Winden hervorragenden Schutz. Die weiträumige Bucht hat tiefes Wasser bis an die Ufer, die üppig bewaldet sind. Vor dem Steg im Westteil der Bucht muss man wegen der großen Wassertiefe viel Kette stecken. Die Gemeinde hat den alten Holzsteg des Çardak-Restaurants abreißen lassen und einen neuen 200 m langen Steg gebaut, an dem es Strom und Wasser gibt und an dem ein Obmann Liegegebühren kassiert. Hier legen auch viele Gulets an, vor allem am östlichen Teil des Stegs. Yachten halten sich besser an den waldnahen Westteil. Kleiner Versorgungsladen am Ufer.

Die zweite, östlichere T-fömige Steganlage (klick) wird nicht mehr von Setur betrieben, sondern von der Marti-Gruppe, die die Marina in Orhaniye betreibt. Am Steg gibt es 16 Muringplätze mit Wasser und Strom. Es werden Liegegebühren erhoben. Zum Anleger gehört ein Restaurant, Duschen/WC, ein Supermarkt. Diesel per Tankwagen. Bus nach Marmaris (25 km). Der Badesteg weiter östlich hat nur geringe Wassertiefe und ist nicht zum Anlegen geeignet. Die Anlage im Westteil der Bucht ist privat und gehört einem türkischen Weltumsegler, der hier seine eigene Yachtstation für Freunde eingerichtet hat. Scharfe Hunde bewachen das Areal.

Die nächste Bucht hinter Andizli Burun westlich von Karacasögüt, ist mit Pfählen versperrt, so dass man nicht weit genug hineinfahren kann. Fischzuchten verhindern außerdem angenehmes Liegen.

Degirmen Bükü heißt Windmühlenbucht, weil hier früher Windmühlen standen. Seit Ende des zweiten Weltkrieges wird sie auch English Harbour, Ingiliz Limani, genannt, weil in den Einschnitten der tiefen Bucht englische U-Boote stationiert waren. Hier findet man mehrere bestens geschützte Ankerplätze in grüner Umgebung. In der schönsten und am häufigsten besuchten Bucht, Okluk, gibt es an der Südostseite zwei Restaurants, das Kapatan Restaurant und das Turgut Restaurant mit hölzernen Anlegestegen. Man kann sich auch mit Leinen zum gegenüberliegenden Ufer verholen. Der Grund steigt steil an, deshalb alle Kette stecken! In den Tavernen Wasser, Duschen und Toiletten, Telefon, kleine Läden. Von hier herrliche Wanderungen auf halber Höhe am Meer entlang, z. B. nach Karacasügüt.

Eng, aber gut geschützt ist auch die westliche, nach Norden einschneidende Çanak Bucht. Sie ist der als "English Harbour" bekannte Einschnitt. Die ehemals grünen Bäume wurden durch einen Brand vernichtet und der neue Bewuchs ist noch niedrig. Man liegt wie in Abrahams Schoß. Ankergrund ist gut haltender Schlick und Sand. Achtung: ganz am Ende wird es unversehens total flach.

Im Süden von Degirmen Bükü ist der Grund flach und verschlammt, weil hier ein Flüsschen mündet. Ein Patrouillenboot liegt manchmal an der großen Festmachertonne und überwacht das Sperrgebiet. Staatspräsident Turgut Özal hatte hier ein Haus, das noch immer bewacht wird. Beim Annähern wird man durch Wächter mit Trillerpfeifen vertrieben. Je nach Wetterlage bieten sich weitere sehr schöne Ankerplätze in der Umgebung an.

Jungfrau auf Untiefe Sadun Boro, der alte Mann des türkischen Yachtsports *), hat sich etwas besonderes ausgedacht: Am Eingang zum hintersten Schlupfwinkel in der Bucht Degirmen Bükü (im Golf von Gökova) ließ er eine kleine Meerjungfrau auf einen Untiefenfelsen setzen. Die Figur stammt aus der Werkstatt eines Istanbuler Künstlers und ist der Jungfrau in Kopenhagen zum verwechseln ähnlich. Yachten, die die Bucht anlaufen, werden so nicht nur auf das bisher unbetonnte Hindernis aufmerksam gemacht, sondern bekommen augenzwinkernd einen Umweltwink vom alten Fahrensmann.

Denn sinngemäß steht auf einer Tafel am Ufer: "Diese Meerjungfrau hat viele Weltmeere und Horizonte überquert und Erdteile, Inseln und Buchten besucht, bis sie das Paradies von Gökova gefunden hat. Freund, der du diese Bucht besuchst und diese Meerjungfrau dort auf dem Felsen siehst, schütze dieses Paradies, verdirb es nicht, verschmutze es nicht und verbrenne es nicht, damit uns die Jungfrau nicht wieder verlässt, um ihr Paradies woanders zu suchen."

*) Sadun Boro segelte 1969 bis 1971 mit seiner deutschen Frau Oda auf der 11 m Yacht Kismet als erster Türke um die Welt und engagiert sich seither für die Erhaltung der Natur und gegen Umweltverschmutzung und -Zerstörung.

Die Stiefelbucht heißt Kargilibük und ist leicht zu verwechseln mit Kargili auf der Nordseite des Golfes. Im Knick der Bucht nach Südwesten hat man noch über 15 m Wasser unter dem Kiel. Während das nördliche, dicht bewaldete Ufer hoch aufragt, ist das südliche durch die Mündung der Bäche versumpft. Nach der kleinen Steinpier nimmt die Wassertiefe rasch auf 2 m ab, der hintere Binnensee-Teil der Bucht ist ganz flach. Da es eng ist, muss man eine Heckleine zu einem Baum ausbringen. Von hier kann man einen schönen Spaziergang zum Getränkekiosk am Ende des "Binnensees" machen; der ist allerdings nicht immer offen. Das Wasser ist trübe, was durch den geringen Frischwasseraustausch kommt, aber keine Verschmutzung darstellt.

Tuzla heißt der Einschnitt gleich östlich des Kaps Koyun Burun, an der Stelle, an der sich der Golf wieder nach Süden öffnet. Hier gibt es mehrere Einschnitte, in denen auch Fischerboote stationiert sind. Von den Fischern kann man frischen Fisch kaufen. Auf den Zuruf "balik var mi?" (balik war me?) reagieren sie entweder achselzuckend (wenn sie nichts haben) oder winkend, wenn etwas im Netz war.
Der Platz ist einsam, die Ansteuerung einfach: man hält zunächst auf das Leuchtfeuer westlich auf Koyun Burun zu und erkennt beim Annähern gleich östlich die vorspringende natürliche "Mole" aus Fels. In vier verschiedenen Ecken findet man Ankerplätze auf großen Wassertiefen, weshalb eine Leine zum Land unerlässlich ist. Viel Kette geben. Beim Ansteuern von Süden ist unbedingt Abstand vom überspülten Riff 1/4 sm südwestlich des Kaps Koyun zu halten. Bei ruhigem Wetter kann man zwischen Kap und Untiefe hindurch steuern. Bei Seegang ist das Riff nicht zu erkennen.

Yediadalar, die sieben Inseln, liegen wie ein Schutzwall vor der Küste und bilden ein kleines, gegen Seegang gut geschütztes Archipel. Ansteuerung nur durch die Nordpassage oder die Südpassage. Nur hier sind die Fahrrinnen genügend tief. Bei absolut ruhiger See und Sicht auf die Untiefen kann man mit aller Vorsicht auch die mittleren Durchfahrten nutzen! Ausguck im Bug! Im Schatten der Inseln ankert man auf Sandgrund überall da, wo es die Wassertiefe erlaubt. Wird der Ankerplatz zu unruhig, verholt man in eine der tief einschneidenden Buchten im Nordosten, Osten oder Südwesten. Dort ist das Wasser nicht mehr so klar; doch liegt man sicher, am besten mit einer Leine zum Land. Der Platz um die Yediadalar ist auch in heißen Sommermonaten immer angenehm, da der Westwind über die Bucht weht.
Küfre, ist ein tiefer flussähnlicher Einschnitt im Nordosten der Yediadalar. Die Bucht endet in einer verschlickten Mündung. Manchmal ist das Bauernrestaurant im hinteren Teil der Bucht geöffnet. In Sakli fährt man besser am Nordufer entlang, da um die Bachmündung eine flache Stelle weit ins Fahrwasser reicht. Am besten geschützt liegt man gleich an der Steuerbordseite der Einfahrt hinter der vorspringenden Nase vor einem kleinen Sandstrand mit Leine zu den Bäumen. Hier könnte man es tagelang aushalten. Weiter hinten wird es schnell flach.

Mein liebster Ankerplatz liegt gleich hinter der Südpassage auf der Steuerbordseite vor den grünen Hügeln mit dem Müllhäuschen in der Ecke; der Grund ist gut haltender Schlick. Genügend Platz zum Schwojen. Gulets bringen meistens noch eine Leine zum Land aus; das hat freilich den Nachteil, dass der Wind von hinten ins offene Cockpit weht, während man vor Anker unter der Sprayhood windgeschützt liegt ;-). Auch im Hochsommer weht er kühl über den nach Westen schützenden Landwall.

5 sm südlich liegt die Bucht Bördübet mit mehreren Ankerplätzen, je nach Windrichtung. Im südlichen Teil ist die Landenge zum Hisarönü Golf nur 1.000 Meter breit. Über See muss man um das Kap von Knidos eine Strecke von über 70 Seemeilen bewältigen, um die Bencik Bucht auf der Südseite der Halbinsel zu erreichen. Im 6. Jahrhundert v. Chr. planten die Einwohner von Alt-Knidos, die Halbinsel vom Festland zu trennen und zur Insel zu machen, um sich vor den heranrückenden Persern zu schützen. Das Orakel von Delphi befragt, warnte vor der Realisierung ("Wenn Zeus vorgehabt hätte, diese Landzunge zu einer Insel zu machen, hätte er es getan"). Mit Zeus wollten sich die Knider nicht anlegen, so gaben sie den Plan auf und wurden erobert.

Gökçelerbükü im Süden der Bördübet Bucht, hat mehrere Einschnitte, in denen man je nach Windrichtung und Seegang einen guten Ankerplatz findet. Vorsicht beim Einlaufen! Die Landvorsprünge setzen sich unter Wasser fort. Bei Tag kann man diese gut an der Wasserfärbung erkennen. Gut haltender Schlick. Manchmal läuft Dünung in die Bucht. Dann ist Çati besser geeignet.

Küçük Çati (Westbucht) liegt weniger als 1 sm westlich. Durch die Insel mit den Klippen vor der Einfahrt wird der Seegang abgehalten. Im Inneren wird es rasch flacher. Gut haltender Schlick. Man bringt eine lange Leine zu den Bäumen am Ufer. Leider ist die Badefreude eingeschränkt, da das Wasser trüb ist, was aber kein Zeichen von Verschmutzung ist, sondern vom fehlenden Wasseraustausch - ein Zeichen für den guten Schutz der Bucht. Übernachten kann man auch im westlichen Einschnitt der östlichen Nachbarbucht; allerdings steht Dünung herein. Festmachen mit Buganker und Leine zu Fels oder Baum. Bei Sturm ist die Bucht nicht zu empfehlen. Mehr: klick

Alle hier beschriebenen Buchten sind abgeschieden und einsam. Nach Westen aus dem Golf hinaus segelnd folgen wir der Nordküste der Datça-Halbinsel (Datça Yarimadasi). Die Küste ist grün, aber nicht waldig und bietet bis Körmen, dem Nordhafen von Datça, keinen weiteren Schutz. Von Çati bis zum Hafen sind es über 20 sm. Gegen den in Sommer aus Westen hereinwehenden Tageswind muss man aufkreuzen. Nachts steht oft eine leichte Brise aus Ost bis in den frühen Vormittag hinein.

Wer gegen den Wind aus dem Golf herauskreuzt, der findet im sicheren Schutzhafen Körmen (hinter dem Kap Ince Burun) eine Erholungsstation. Der Hafen wurde für den Autofährverkehr zwischen Bodrum und der Datca-Halbinsel gebaut. Yachten und Gulets legen selten an. Durch den äußeren Wellenbrecher und die innere Steinschüttung ist ein zuverlässiger Schutzhafen entstanden. Bei der Ansteuerung ist der Wellenbrecher vor dem Strand gut zu erkennen. Bei auflandigem Seegang setzen die Wellen seitlich und erschweren das Einlaufen. Im Hafen ist es dann überraschend ruhig und angenehm. Panorama: klick

Man legt am Westkai an, wo die Wassertiefe überall um die 4 m beträgt. Der Platz für die Fähre muss frei bleiben! Der geplante Ausbau zu einer Marina ist bisher nicht verwirklicht worden. Es sollten 100 Liegeplätze mit allem Service entstehen. Gutes Fisch-Restaurant auf dem Kai, sonst keine Versorgungsmöglichkeiten. Nach Datça sind es etwa 10 km. Bus und Taxen kommen bei Ankunft oder vor Abfahrt der Fähre.

Mersincik ist der nächste Schutzplatz auf dem Kurs zum Kap von Knidos. Die Stelle ist an den wenigen Häusern des Ortes zu erkennen. Bei nördlichen Winden ist die Bucht wegen der Dünung nicht besonders zu empfehlen. Vor allem der südwestliche Einschnitt ist unsicher wegen des sehr steinigen, schlecht haltenden Untergrundes; hier steht ebenfalls Dünung herein. Man kann aber bleiben, wenn andere Plätze nicht mehr zu erreichen sind. Unbedingt viel Kette stecken und eine Leine nach NW zu den Felsen ausbringen. Mersincik ist dann ein wichtiger Schutzplatz, wenn man Knidos wegen eines aufkommenden Südsturmes verlassen musste und gezwungen ist, einen sicheren, ablandigen Platz aufzusuchen.

Knidos. Nachdem in vielen Buchten der ursprüngliche Charme der kleinen Busch-Restaurants verschwindet und durch aufgedonnerte Restaurants ersetzt wird, entstand er in Knidos für kurze Zeit neu, verschwand dann im Sommer 2003 leider wieder. Der Steg wurde nicht repariert und das Restaurant mit der Terrasse über der Bucht nicht wieder eröffnet. Bleibt abzuwarten, was in den kommenden Saisons geschieht. Wünschenswert wäre der alte Knidos-Flair von früher: keine lauten Diskorhythmen, keine Bauchtanzmusik, sondern alte Saz- und Flötenmusik, bei der es Spaß macht auch nach den Vorspeisen, dem Wildschwein oder dem Fischspieß noch ein wenig sitzen zu bleiben und unter dem Sternenzelt zuzuhören. Der alte, wackelige Steg sollte neu verankert und verbessert werden. Panoramen: klick

Wer frei ankert, sollte möglichst auf 4 bis 6 m Wasser bleiben, den eigenen und den Schwenkkreis der Bootsnachbarn aber genau beobachten. Bei Meltemi kommen härteste Böen über die flache Landenge! Bei Sonnenuntergang dreht der Wind dann auf Nord bis Nordost und kommt noch härter von den Bergen über dem antiken Theater. Der Grund aus hartem Sand, Gras und teilweise auch Fels hält sehr schlecht. Deshalb sind Ankermanöver so lange zu wiederholen, bis der Anker wirklich fest sitzt. Mit voller Kraft rückwärts den Halt testen! Besser man wiederholt dieses Manöver am Tag so lange bis es sitzt. In stockfinsterer Nacht, wenn auch noch andere Boote durch die Bucht treiben, ist das Manövrieren entschieden hochgefährlich. Bei Südwind ist die Bucht ungeschützt. Dann bietet sich als nächster Ausweichplatz Mersincik (siehe oben) auf der Nordseite der Datça-Halbinsel an. Mehr: klick

Beim Anlanden mit dem Beiboot nimmt man am besten gleich die Bordkasse mit, denn für die Besichtigung der Ausgrabung muss Eintritt bezahlt werden. Der Wächter der antiken Trümmerfelder ist immer gut gelaunt und bereit, eine Privatführung zu den Ausgrabungen zu machen. Extra-Tip ist Ehrensache. Der Militärposten kontrolliert nur noch in Ausnahmefällen die Schiffspapiere. Diese Aufgabe hat die Sahil Güvenlik (Küstenwache) übernommen, die öfter mal Knidos anläuft, um nach dem Rechten zu sehen. Eine staubige Straße führt nach Datça (40 km).

Das Kap von Knidos heißt Deveboynu Burnu und war früher eine Insel, die bei der Gründung der Stadt im 4. Jahrhundert v. Chr. durch einen aufgeschütteten Damm mit dem Festland verbunden wurde. Alt-Knidos lag in der Nähe des heutigen Datça. Berühmt war zu jener Zeit die steinerne Aphrodite von Praxiteles. Vom Original gibt es keine Spur; eine Kopie steht im Louvre in Paris (siehe Bild).

Schutzhafen Palamut Wenn man von Knidos nach Osten segelt bietet der Hafen Palamut an der Südseite der Datça-Halbinsel ausreichenden Schutz. Die Einfahrt versandet schnell und wird immer mal wieder ausgebaggert. Doch kann man nicht sicher sein, dass sie nicht schon wieder verlandet ist. Deshalb muss man sich vorsichtig entlang der Mole in den Hafen loten. Am nördlichen Kai waren bei unserem letzten Besuch 3 bis 4 m Wassertiefe. Man liegt hier bestens geschützt. Es werden Liegegebühren erhoben, Wasser und Elektrik sind enthalten. Große Yachten ankern vor dem Hafen. Der Ankergrund besteht aus Sand, der manchmal nicht sofort hält! Im Restaurant Merhaba kann man unter anderem palamut (= Thunfisch) gedünstet probieren und die sauberen Duschen benutzen. Kleinere Supermärkte bieten fast alles, auch frisches Gemüse aus den Gärten hinter dem Haus. Das Wasser aus dem Hafenschlauch war vor Jahren leicht brackig, ist jetzt aber von besserer Qualität. Panoramen: klick

Ein paar Meilen nordöstlich kommt man nach Hayit Bükü (Ova Bükü), einem kleinen Strandort eine Seemeile nordöstlich von Kap Adatepe. Erst wenn man kurz vor der Einfahrt steht, öffnet sich der Blick auf die Bucht hinter einer hohen Bergnase. Es gibt einen Holzsteg, der von der Gemeinde betreut wird; die Liegegebühren enthalten Wasser und Elektrik. Die Wassertiefe am Kopf des T-Anlegers beträgt 2,2 m. Der Platz bietet guten Schutz vor Meltemi. Nachts pfeift es von den nördlichen Bergen. Da muss der Anker gut eingefahren sein, um nicht zu slippen. Unter großen Bäumen versteckt ist Ogüns Restaurant, ein Platz mit guten türkischen Spezialitäten, Duschen und einem pfiffigen Ogün, der hilft, wenn es technische Probleme gibt oder sonstwas fehlt. Tel. +90 252 728 0023. Will man nicht an den Steg, kann man im östlichen Teil der Bucht auf 6-8 m ankern. Vorsicht vor dem Riff im Scheitel der Bucht.

Unmittelbar hinter dem Leuchtfeuer-Kap Ince Burnu kann man für einen spannenden Schnorchelnachmittag vor Anker gehen, muss aber mit Fallböen rechnen. Das Wasser ist glasklar, doch der Grund hält den Anker nicht besonders gut.

Kargi Koyu ist eine Bucht 2 1/2 sm nördlich von Ince Burun. Sie ist besonders nützlich, wenn man den Hafen von Datça meiden will. Schon von weitem fallen weiße Häuser am Strand auf, darunter eines mit zwei Stockwerken. Der Grund steigt erst unmittelbar vor dem Strand an und besteht aus feinem Sand und Gras. Gut liegt man im Norden der Bucht. Oder im Südteil vor dem Restaurant am Ufer, wo der Schwell am geringsten ist.

Datça ist Port of Entry und ein beliebter Anlaufhafen für Yachten. Er bietet gute Versorgung und hat eine typische Atmosphäre, die nur durch die laute Musik gestört wird. Nachts muss man sehr sorgfältig einsteuern. Dem südlichen Einfahrtskap sind Insel und Klippen vorgelagert. Bei der Navigation hilft das Leuchtfeuer auf der Insel Uzunca; die Lichter des Ortes sind von weitem auszumachen, doch lasse man sich nicht von bunten Lampen an Land (von Restaurants oder der Disko) irritieren. Am Tage kann man direkt bis in die Bucht segeln. Segelbergen hinter der palmenbestandenen Halbinsel mit dem auffälligen Gebäude.

Vor dem Hafen findet man genügend Raum zum Ankern und Schwojen. Hier liegt man luftig; der Ankergrund hält gut. Anlegen mit Buganker (bisher keine Murings) am Kai vor den Restaurants. Die besten Plätze liegen weiter innen, sind aber meist von einheimischen Gulets belegt. Die Behörden zum Ein- oder Ausklarieren sind ganz nah. Die sogenannte Marina wird von der Gemeinde betrieben; Liegegebühren. Es gibt Wasser und Strom, und Supermärkte mit allem direkt am Kai. In der Stadt Bäckerei, weitere Geschäfte, PTT, Bank und Marktstände. Bus nach Marmaris (75 km). Diesel per Lastwagen. Öffentliche Duschen/WC auf der Ostseite des Hafens (nachts geschlossen). Cafes und Restaurants mit Meerblick direkt am Hafen haben schöne Terrassen, auf den man das türkische Essen genießen und auf das Leben und Treiben im Hafen herabblicken kann. Nachts kann der Lärm der Diskos und Bars so störend sein, dass man sich in eine einsame Bucht wünscht. Panorama: klick

Bei Südoststurm im Frühjahr, Herbst und Winter ist der Hafen unbrauchbar. Bei fallendem Barometer solle man den Platz verlassen. Am nahen "Süßwassersee", der sich als kleiner Wasserfall ins Meer ergießt, kann man abwechselnd in Süß- und Meerwasser baden. Hinter dem Nordteil der Halbinsel kann man ebenfalls auf bequemen Wassertiefen über Schlickgrund ankern, wenn nicht zuviel Wind weht.

Karaincir Adalari ist eine hübsche Badebucht 5 sm nordöstlich von Datça. Bei der Ansteuerung muss man auf die Karaincir Inseln achten und die Klippen Yolluca südwestlich von diesen. Gut haltender Sandgrund. Bei starkem Wind steht Dünung herein. Ein Restaurant am Strand. Im Sommer lebhafter Badebetrieb.

Kuruca und die westlich davon gelegene Bucht Çiftlik Bucht sind durch eine Landenge und eine hohe Halbinsel voneinander getrennt. Türkisches Urlaubsleben in einer Feriensiedlung und dem Campingplatz am Strand. Die Umgebung ist schön und grün. Die nach Südwesten offene Çiftlik Bucht ist durch Dünung unruhiger. In Kuruca liegt man besser geschützt. Über die flache Landenge kommen bei Starkwind heftige Böen. Auf 4 - 6 m Wasser hält der Anker gut, genügend Platz zjum Schwojen ist vorhanden. Der Steg wird von Ausflugsbooten benutzt; abends kann man dort anlegen. Auf der Landenge: Wasser, Duschen, verschiedene Geschäfte, Metzger, Obst- und Gemüsestände; Briefkasten, Bushaltestelle und: eine Disko! Leider.

Die Palmenbucht Armak Bükü ist absolut einsam. Sie liegt etwa 4 sm östlich von Kuruca und schmiegt sich nach Norden ins Land. Sie bietet einen guten Ankerplatz vor dem Kiesstrand mit den Palmen (daher der Name). Man legt sich vor Buganker und macht eine Leine an einem Palmenstamm fest. Vorsichtig rückwärts dem Ufer nähern. Gelegentlich kommen Fallböen aus Norden von den Bergen. .

Die Ansteuerung von Bencik ist unkompliziert: schon von weitem fällt die vorgelagerte Insel Dislice auf, die wie eine versteinerte Orgel aussieht und von beiden Seiten umfahren werden kann. Der grüne Benicik-Fjord schneidet weit nach Nordosten ein. Es gibt mehrer Ankermöglichkeiten, je nach dem wo gerade Platz ist. Die Bucht ist sogar gegen Südostwind geschützt! Eine Leine zum nächsten Baum ist notwendig, da die Wassertiefen bis nah ans Ufer groß sind. Im hinteren Teil der Bucht eine Wetterstation. Früher wurde Bencik als Haifischbucht gbezeichnet, weil es im trüben Wasser der Bucht angeblich Hundshaie gegeben haben soll. Wir haben noch niee einen Hai her gesehen. Nur knapp einen Kilometer genüber im Ggökova Golf liegt Küçük Çati. Dies ist die Stelle, wo die Knider den Durchstich planten, um die Perser aufzuhalten (siehe Çati im Gökovagolf). Bei der Ausfahrt muss man die 1,60-m-Untiefe vor der östlichen Huk beachten. Sie erstreckt sich weit südwärts und ist normalerweise mit einer Tonne markiert, die manchmal aber vertrieben ist.

Den schönsten Ankerplatz hinter der Tavsan Insel im Hisarönü Golf hat vor einigen Jahren der Club Robinsoneine All-in-one-Hotelfestung aufgebaut, die inzwischen Resort Maris Select heißt und noch aufgedonnerter daher kommt - vermutlich russische Gäste im Blick. Die Bucht ist die schönste weit und breit: klick, aber leider hat man hier gegen den Naturschutz gesündigt. Der Golf steht unter Naturschutz, trotzdem wurde die Anlage in die bizarre Tuffstein-Landschaft gesetzt, ohne Rücksicht auf Natur und Schutz. Segler, die früher hier geankert haben, um die Adler über den rötlichen Felsen zu beobachten, dürfen die Bucht nicht anlaufen: das Maris-Management verweist sie schroff. Es sei denn, man vereinbart ein Arrangement zum Abendessen. Dann darf man im östlichen Teil vor Anker gehen. Allerdings steht der Preis in keinem Verhältnis zur Leistung: klick. Schade um das unwiederbringlich verlorene Stück Küste.

Ein Blick auf die Seekarte zeigt, dass es in dieser Gegend noch viele Ankerplätze zu entdecken gibt: klick. Zum Beispiel ein zauberhafter Ankerplatz 0,5 sm nordöstlich von Tavsan Adasi unter einer rostroten Tuffsteinwand mit einem Felsenbrocken, der aussieht wie ein großer Fuß. Die in der Seekarte Karasüleyman genannte Bucht haben wir deshalb Big Foot getauft. Man ankert auf 8 m und macht mit Leinen zu den Felsen im Westen der Bucht unterhalb der bizarren Tuffsteinwand fest. In der Nebenbucht (nordöstlich) kann man frei auf 6-7 m vor dem Strand vor Anker schwojen. Leider sind dort die Bäume vor ein paar Jahren abgebrannt.

Gleiches gilt für die Wälder in der Kuyulu Bucht. Jetzt sind nur noch die auffälligen rot-braunem Gesteinsformationen zu bewundern. Kuyulu ist zum Übernachten gut geeignet. Der Ankergrund steigt zu den Ufern hin sanft an und ist mit Seegras bewachsen. Erst etwa 100 m vor den Ufern sieht man freie Stellen aus Mud. Man ist hier meist völlig allein; die Straße von Marmaris nach Datça verläuft auf den halbhohen Bergen.

Sichere Ankerplätze in Orhaniye: Im hinteren Teil des Hisarönü Golfes schneidet diese Bucht tief nach Südosten ins Land. Sie ist auch unter dem Namen Keci Bükü (Ziegenbucht) bekannt. Gleich in der Einfahrt liegt linker Hand die Marti-Marina. Diese Anlage ist in den letzten Jahren zu einer voll funktionsfähigen Marina in wunderschöner Umgebung ausgebaut worden. Die Ansteuerung ist unkompliziert: man steuert auf die Hotelanlage zu. Beim Näherkommen erkennt man die Masten, Molen und die Gebäude der Marina vor dem Grün der Pinien. Nach dem Besitzerwechsel (früher BAY-Marina) ist die Marina bis auf das Hotel fertiggestellt. 270 Muringplätze im Wasser (max. 50 m) und 100 an Land. Das Personal weist die Plätze zu. Elektrizität und Wasser am Liegeplatz, Toiletten und Duschen mit Musik. Swimmingpool für Marinagäste kostenlos. Das Mistral-Restaurant bietet gute Küche. Panorama von der Marina: klick

Tiefer in der Bucht findet man noch einige Holzstege, die zu Restaurants gehören. Wegen der unterschiedlichen Wassertiefe sollte man vorsichtig beim Rückwärtsanlegen sein. Im Schutz der Insel mit der Burgruine findet man weiter in der Bucht mehrere sichere Ankerplätze. Achtung beim Ansteuern im Dunklen: vor der Ostküste liegt eine langestreckt Nord-Süd verlaufenden Barre aus Schwemmsand, ausgelöst durch einen Bach, der hier mündet. Die Barre liegt nur ein paar Zenitmeter unter Wasser. Tagsüber sieht man Leute durch das seichte Wasser laufen. Ihr Ende ist mit einer Tonne markiert. Gut liegt man am Holzsteg von Kadirs Restaurant, wo es frisches Wasser gibt, Duschen und eine gute Küche. Im Palmiye spricht der Chef deutsch. Das Palmiye hat einen eigenen Holzsteg, seit kurzem mit Murings (siehe Bild), an dem ca. 6 Yachten festmachen können. Preis pro Nacht 15,- Euro. Bei Einkehr im Restaurant wird die Gebühr erlassen. Am Steg des
Der Steg mit Murings vor dem Palmiye Restaurant-Hotel
Iskele-Motel oder der Ersoy-Pansiyon kann man ebenfalls gut anlegen. Ein Minimarkt bietet Vorräte für die Bordküche. Wer noch nicht gesehen hat wie Erdnüsse angebaut werden, kann dies rund um das Dörfchen Orhaniye (zwei Viertelstunden im Hinterland) erkunden. Einige Kilometer entfernt, im Hintergrund der Nebenbucht, rauscht ein Wasserfall durch grünen Laubwald. Wanderfreudige Crews laufen hin (1 1/2 Std.) oder nehmen ein Taxi. An den Stegen fragen und vorher Preis aushandeln!

Holzstege wie lange noch? Anmerkung zum Nachdenken.
Überall an der Küste ist der Trend unübersehbar, die alten wackeligen Holzstege durch häßlich-graue Betonpiers zu ersetzen. Vielleicht findet sich noch ein Fotograf, der die alten Stege, die man durchaus auch als Kunstwerke sehen kann, fotografiert und als Buch herausgibt, damit wir uns einmal erinnnern können, an jene Zeit, in der wir die Heckleine nicht zu stark durchsetzen durften, um die in den Grund gerammten Holzpfähle nicht herauszuziehen. Mag sein, dass man beim Anlegen mit dem Dingi an den Betonstegen nicht auf auf rostige Nägel achten muss und beim nächtlichen An-Bord-Schwanken aus der Stegkneipe nicht Gefahr läuft in die Löcher zu treten, die fehlende Bretter hinterlassen haben. An die alten Holzstege werden wir uns mit Wehmut erinnern. Wer noch knarrende Anlegstege "wie früher" erleben will, der mache in Orhaniye im hinteren Golf von Hisarönö fest. Bilderschau der Holzstege: klick

Auf der Südseite des Hisarönü-Golfes liegt Selimiye. Im Süden der Bucht, vor dem Ort, ist vor allem der solide Holzsteg des Aurora-Restaurants empfehlenswert, eine schattige Oase um ein altes Steinhaus, liebevoll von Suzan und Hüseyin im Toskana-Stil eingerichtet. Hier treffen sich Yachten aus aller Herren Länder. Hüseyin spricht perfekt deutsch und hat sich auf sich auf gehobene türkische Küche eingestellt. Am Steg gibt es Platz für 10 Yachten an Murings. Wassertiefe 3 m, Strom und Wasser am Steg. Tel. +90 252 446 40 97. Panorama vom Aurora: klick

In dem urwüchsigen Fischerdorf gibt es weitere 7 Restaurants (Osmans Place, Falcon, Sadunya, Gümüs, Elite, Garden Beach und Kaptan) mit Stegen, die mehr auf Yachten als auf Gulets eingerichtet sind, da auf Gulets meist an Bord gekocht wird. Falls es an den Stegen bei Nordwind zu unruhig wird, kann man sich auf den Ankerplatz im Nordwesten von Selimiye Koyu verholen. Auch zwei Holzschiff-Werften gibt es hier. Panorama vom neuen Anlegesteg in Selimiye: klick

Die nächste Bucht nach Westen ist Dirsek. Eine Felsbarre erstreckt sich fast bis in Buchtmitte von SE nach NW; ansonsten geht tiefes Wasser fast bis ans Ufer. Im weiche Mud mit Seegras bewachsen hält der Anker nicht besonders. Wer sicher gehen will, legt an der kleinen Betonpier vor dem Dirsek Restaurant auf 3 bis 4 m mit viel Kette nach Nordosten an. Die Restaurant-Inhaber sind junge Leute, die sich viel Mühe geben und gute türkische Küche servieren. Von der Restaurant-Terrasse hat man einen herrlichen Blick auf die Bucht: klick In der Küche kann man sich die Speisen aus den Töpfen auswählen. Gelegentlich machen Flottillenboote hier Station. Gulets kommen selten. Die Böen wehen tagsüber aus wechselnden Richtungen und können sehr heftig sein. Panorama: klick

Vor dem Kap Atabol Burnu liegt die gefährliche Klippe Atabol Kayasi mit einer Bakentonne (Toppzeichen mit Blitzfeuer). Die Gefahrenstelle, die schon einigen Schiffen zum Verhängnis wurde, ist damit zwar eindeutig gekennzeichnet, aber manchmal ist die Tonne durch Seegang vertrieben. Dann sollte man dieses Kap in weitem Bogen umrunden. Bei ruhigem Wetter kann man auch zwischen Untiefe und Kap hindurch loten.

Die Ansteuerung von Bozburun (Yesilova) kann entweder über die offene Bucht zur Südspitze der Kizil Ada erfolgen, was der navigatorisch einfachere Kurs ist und beim Anlaufen in der Nacht unbedingt zu empfehlen ist. Der andere Kurs setzt gute Ortskenntnis voraus und kann nur mit aller Vorsicht gewagt werden: Er führt dicht unter Land um die Flachstelle nördlich der Nordspitze von Kizil Ada herum, wo in der Fahrrinne nur drei Meter Wasser gemessen werden. Im Inneren der großen Bucht lässt man die kleine Insel Yesil an Backbord und kann dann ohne Gefahr auf die beiden befeuerten Wellenbrecher zufahren. Bei Tag sieht man von weitem die glänzende Kuppel der Moschee. Achtung: In der Bucht westlich des Hafens ist es flach. Wer außerhalb des Hafens ankern will, muss gut loten und zum Einkauf mit dem Dingi herüberkommen.



Bozburun: beschaulich wie immer Der kleine Hafen Yesilova, in Seglerkreisen Bozburun, hat sich in den letzten Jahren kaum verändert. Es gibt keine Murings, man benutzt den eigenen Anker, aber viele Poller und Ringe auf der Pier. Der Schutz ist rundum gut. Manchmal stapelt sich der Müll in einer Hafenecke und die öffentliche Dusche verspricht "hot shower", fließt aber nur kalt. Der Hafen wird von der Gemeinde betrieben und hat rundum Platz zum Anlegen. Am Ostkai machen Gulets fest, Yachten legen am Westkai an. Es werden Liegegebühren erhoben. Wasser (kein Trinkwasser) und Strom am Kai, Diesel-Tankstelle in der Nähe. Duschen (öffentlich) am Hafen und im Yachtclub. Die zahlreichen Restaurants an der Wasserfront locken mit frischen Vorspeisen. Lebensmittelläden, Post usw. gleich in der Nähe. Bus nach Marmaris. Behörden: Militärposten, Hafenmeister. Da keine laute Diskomusik den Ort tracktiert, kann man Bozburun auch für eine ruhige Nacht anlaufen. Panorama von Bozburun: klick

Das bisher bei Seglern beliebte Sabrinas Haus unter Palmen und Bäumen an der Ostküste, etwa eine Meile südlich vom Hafen, wurde an einen türkischen Investor aus Istanbul verkauft. Er hat daraus eine typisches Boutique-Hotel gemacht, das vor allem wohlhabende Istanbuler anspricht. Kein Platz mehr für Segler. Schade. Wer einen Blick auf das neue Ambiente werfen will: www.sabrinashaus.com

Bozburun ist (neben Bodrum) durch den Bau der typischen Holzschiffe, Gulets, bekannt. Im Winter ist der Hafen mit diesen Schiffen voll belegt, die hierher zur Überholung gebracht werden. Die Gulet-Werften befinden sich auf der Ostseite der Hafenbucht.

Eine etwas abseits gelegene Alternative zu Bozburun ist die nach Osten tief ins Land einschneidende Bucht Sögüt mit zwei Alegemöglichkeiten. Mehr: klick

Um das Kap Karaburun herum treffen wir ca. 2 Seemeilen östlich auf die tiefe Bucht Bozukkale. Bozukkale heißt "kaputte Burg"; die Bucht wird aber auch Aplotheka oder Loryma genannt. Der Name Aplotheka geht auf "Arsenal"-Bucht zurück (Hoplotheke, Oplosika Bükü). Von hier aus starteten die Osmanen ihre Belagerung von Rhodos unter Sülyman dem Prächtigen. Schon von weitem erkennt man die Festungsmauer über der westlichen Einfahrt. Der erste Ankerplatz liegt gleich innerhalb der Bucht im ersten Einschnitt unterhalb der Festung. Dünung macht sich hier leider immer bemerkbar, eine Leine zum Land in die richtige Richtung kann Abhilfe schaffen. Am Steg von Çoban Alis Restoran legt man mit Muring an. Alternativ vor dem Steg dem des Loryma Restaurants im Norden der Bucht (siehe klick) Panorama von der Bucht: klick.

Serçe Limani Gleich um die Ecke von Aplotheka liegt die nächste vor sommerlichem Seegang gut geschützte Bucht. Von oben sieht sie aus wie ein fliegender Vogel, der mit ausgebreiteten Flügeln über die Küstenberge schwebt. Vor allem nachts brasseln Fallböen von den hohen Hängen auf die Ankerlieger. Junge "Bootshändler" Nüsse, Thymian, Salbei, Honig oder bestickte Kopftücher und kleine Kelims von ihren Ruderbooten zum Kauf anzubieten. Fragt sich nur, wie lange noch? Das Restaurant im Nordteil der Bucht gehörte früher Osman mit den Goldzähnen, den es inzwischen nach Selimye verschlagen hat. Seine Nachfolger bieten Murings, an denen man kostenlos anlegen kann, wenn man das Restraurant besucht; einfache türkische Küche; vorher Preise aushandeln.

Der Ankerplatz bei Arap Adasi liegt auf halber Strecke zwischen den beiden befeuerten Kaps im Schutz der Insel Arap. Es ist ein karger, von rauhen Ufern umgebener Schlupfwinkel. Hier sollen sich arabische Seeräuber versteckt haben, daher der Name. Der wilde Einschnitt ist trotz leichter Dünung zum Übernachten geeignet. Die Insel Arap kann auf beiden Seiten passiert werden. Zu den Ufern hin ist der Grund felsig und mit großen Steinen übersät, hinter denen sich der Anker schon mal "felsenfest" verhaken kann - wie uns vor Jahren geschehen. Schönes Tauchrevier, aber keine Versorgungsmöglichkeiten; auch keine Taverne.

Kriek Ince ist ein schmaler, tiefer Einschnitt südöstlich nach dem Kap Kumlu Burun, 1 sm südwestlich von Çiftlik. Geschützt wird die Bucht durch einen felsigen Schutzwall, die Halbinsel Ince Adasi. In der Einfahrt sind es 30 m Tiefe, die gleichmäßig zum Strand hin ansteigen. Gut haltender Mud mit Steinen und Seegras. Gulets bringen je nach Windrichtung eine Landleine zur Halbinsel oder zu den Felsen an der Nordseite aus. Extrem starke Fallböen können nachts von den hohen Bergen herunter fetzen. Wenn der Anker dann nicht hält, sieht es schlecht aus. Ein schöner, tagsüber durch Ausflugsboote vielbesuchter Platz mit einer byzantinischen Kirchenruine im Scheitel.

Çiftlik Koyu, eine geräumige Bucht, liegt hinter der Insel Çiftlik. Die Insel kann auf beiden Seiten passiert werden. Der Ankergrund vor dem Sandstrand ist Sand und Mud, teilweise mit Seegras bewachsen. Im Nordteil genügend Platz zum Schwojen. Aufgrund der starken umlaufenden Dünung rollt die Yacht mitunter. Besser liegt man dann im Südwestteil der Bucht an dem an der Felswand verlaufenden Steg des Alarga Yachtclubs (siehe klick). Murings. Am Steg des Club gibt es Wasser und Strom, Duschen und gute türkische Spezialitäten in dem gehobenen Restaurant zu vertretbaren Preisen. Keine Liegegebühren, wenn man das Restaurant besucht. Die abnschließenden Stege am Strand gehören zu einzelnen Tavernen. Anlegen, wenn man diese besuchen will. Panorama der Bucht: klick

Kap Kadirga Burnu mit seinem Leuchtturm ist die äußerste Ansteuerungsmarke von Marmaris. Gleich hinter dem Kap liegt Çaycagiz, eine weiträumige, tiefe Bucht. Die Einfahrt ist frei von Untiefen, bis auf die tags gut sichtbare, nachts unbefeuerte Felsinsel mit rundum tiefem Wasser. Man kann in der Nische gleich im Nordosten der Bucht mit Heckleine festmachen. Oder an allen Ufern rings um die Bucht auf mehr oder weniger großer Wassertiefe. Viele Charter-Gulets und -Yachten verbringen in dieser Bucht die letzte Nacht, bevor sie nach Marmaris zum Wechsel einlaufen.

Die weit offene Bucht Kumlu eignet sich bei ruhiger Wetterlage ebenfalls zum Ankern. Besonders die Stege von Hollanda Ahmets Yeri und von einigen Restaurants nördlich sind geeignet - das einst mit viel Engagement eröffnete Amos Restaurant ist verlassen und verfällt leider.

Turunç Koyu war früher ein einsamer Ankerplatz in wilder Landschaft. Heute ist schon die Nähe von Marmaris zu spüren. Ausflugsboote laufen ein und aus und verbreiten Unruhe. Der Ort hat sich vergrößert; man kann gut einkaufen. Dennoch ist die Bucht für Yachten nur geeignet, wenn man die letzten 5 sm bis Marmaris auf den nächsten Tag verschieben will. Panorama von Turunç: klick

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