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Der Insider
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- Hilferuf eines Telefongeschädigten und neueste Infos:
(30.3.07)

Hallo Herr Hinnerkopf,

ich habe heute eine Frage, die eventuell auch den einen oder anderen Leser des Insiders interessieren könnte:

Auch ich gehöre zu den Handybesitzern, die in der Türkei mittels einer "Hazir Kart" (Prepaid-Karte) eine türkische Telefonnummer betreiben. Aus den inzwischen mir bekannten Gründen war plötzlich im Frühsommer 2006 Schluss. Da ich natürlich keinerlei Kaufunterlagen für das deutsche Handy dabei hatte, schlugen Reaktivierungsmaßnahmen in Türkcell-Shops fehl.

Ich habe bis zum heutigen Tage durch kleinere Aufladungen meine türkische Telefonnummer "am Leben erhalten" können. Ich möchte nun bei meiner erneuten Einreise im Mai in die Türkei diese Handy-Sperre aufheben. Ein Besuch bei der Einreise beim Zoll im Flughafen Bodrum, bewaffnet mit Handy, Rechnung und IMEI-Nr. erscheint mir wenig sinnvoll (weil ja schon eine Sperre besteht!!!!!!!!).

Wie kann ich am besten vorgehen? Besteht eventuell eine Handlungsmöglichkeit auch schon hier von Deutschland aus?

Für eine Beantwortung wäre ich Ihnen sehr dankbar.
Schöne Grüße aus dem inzwischen wieder kühlen Süddeutschland
Horst Strutz
SY. GODENWIND


Hallo Herr Strutz,

das Handy muss bei der Einreise in der Türkei registiert werden - sonst wird es gesperrt. Für die Registrierung braucht man die Originalrechnung vom Handykauf. Damit geht man am Tag nach der Einreise zum türkischen Provider und lässt das Handy freischalten. Es kostet um die 5 YTL und dauert ein paar Tage, bis die IP-Sperre aufgehoben ist.

Tipp: Wenn man länger in der Türkei bleibt und das Handy nicht mehr entsperrt bekommt, sollte man sich ein preiswertes Handy hier kaufen (z.B. Siemens A70 ab 94,- YTL = 52,- Euro, gesehen bei Bosis in Bodrum). Die Sperrung ist übrigens nur in der Türkei wirksam; mit der Karte zuhause funktioniert es wieder wie vorher.

Einen sonnigen Gruß aus Bodrum
Der Insiderf

Hintergrund:
Wie sich inzwischen herumgesprochen hat müssen Mobiltelefone - will man sie mit einer türkischen Prepaid-Karte in der Türkei benutzen - bei der Einreise in die Türkei registriert werden. Für diese Registrierung ist die Rechnung vom Telefonkauf vorzulegen und die IMEI-Nummer. Diese erfährt man durch Eingabe der Tastenkombination *#06#. Die Registrierung beim türk. Provider (bei dem man die Prepaid-Karte gekauft hat, also z.B. Turkcell), um die Sperrung aufheben zu lassen.


(15.7.07)
Hallo Herr Hinnerkopf,
im März diesen Jahres hatte ich Sie ja mal angeschrieben, weil ich mit meiner Hazir Kart in meinem deutschen Handy Probleme hatte. Die Aussicht die Sperre durch Türkcell wieder aufzuheben, erschien mir wenig aussichtsreich.

Ich bin deshalb dem von Ihnen vermittelten Rat eines Mitseglers gefolgt und habe mich über www.globalsim.de beim call-back Verfahren angemeldet. Äußerst skeptisch habe ich mir gedacht, dass eine einmalige Anmeldegebühr von EUR 33,45 einen Versuch wert sei.

Nun nach 3-monatiger Praxis muss ich sagen, dass ich wirklich begeistert bin.
Die über Internet bestellte Sim-Cart hatte ich nach 2 Tagen (in Deutschland)
In der Türkei und in Griechenland Gespräche nach Deutschland EUR 0,49 / Minute. Bei ankommenden Gesprächen keine Roaming – Gebühren.
Der Gesprächseinzelnachweis ist sehr übersichtlich im Internet dargestellt. Die Anwahl eines Gesprächspartners geht fast so schnell wie mit einem normalen Handy.
Mir ist zwar bis heute unklar, wie dieses Verfahren technisch funktioniert, aber mir erscheint diese Methode als die billigste und bequemste, um aus der Ägäis (nicht nur dort ) Kontakt nach Deutschland zu halten.

Bin zurzeit für 2 Wochen auf Urlaub in Deutschland, deshalb schöne Grüße aus dem kalten und verregneten Deutschland
Horst Strutz
SY. GODENWIND



(7.4.07)
Mail von Carla aus Datça mit dem aktuellen Stand:

Hallo Udo,
ich h
abe gerade den Insider gelesen und dabei die Handyinfo. Da hat sich schon wieder etwas geändert: Als ich am 30.12.06 eingereist bin habe ich noch beim Zoll das Handy bestätigen lassen. Jetzt bin ich wieder in Deutschland gewesen und wollte ein anderes Handy beim Zoll bestätigen lassen, da bekam ich die Auskunft, dass das nicht mehr notwendig sei, man soll direkt zum Provider und dort direkt das Handy freischalten lassen (via Ankara). Das hat übrigens nur eine Woche gedauert. Grüsse Carla



Telefonieren auf dem Wasser: Viel zu teuer!
(13.6.06)

Ab 2007 soll das anders werden. Denn:
Viel zu viel fand die zuständige EU-Kommissarin Viviane Reding und drohte den Telefon-Unternehmen die Streichung der Roaming-Gebühren an. Inzwischen bieten die großen Netzbetreiber Sonderoptionen und haben niedrigere Preise für Gespräche im Ausland angekündigt. Insahllah wird das auch wahr.

Bis dahin gilt in der Türkei für diese Saison noch:
Sie haben in der Türkei die Wahl zwischen vier Netzen, Telsim (GSM 900), Turkcell (GSM 900), Aycell (GSM1800) und .IS-TIM (GSM 1800). Für die beiden letztgenannten benötigt man zwingend ein Dual-Band-Handy, atuelle Handys werden allerdings in der Regel als Dual- oder sogar Tri-Band Variante ausgeliefert. E-Plus und O2 roamen mit allen Netzbetreibern, T-Mobile- und Vodafone-Kunden haben lediglich die Wahl zwischen drei, bzw. zwei Netzen.

Das Stromnetz in der Türkei liefert überall 220 Volt, in der Regel ist aufgrund der weiten Verbreitung der auch in Deutschland gebräuchlichen, zweipoligen Eurostecker kein Adapter notwendig. Ein Universaladapter empfiehlt sich jedoch bei jeder Auslandsreise.

Damit der Schock beim Kontrollieren der Telefonrechnung nach einem Segeltörn nicht zu gewaltig ist, stellt der INSIDER einige Tabellen zusammen und ergänzt diese durch Tipps und Tricks zur Handy-Benutzung in der Türkei.

Schaltet man in der Türkei sein Handy ein, bucht es sich automatisch in ein verfügbares regionales Netz. Dies ist in der Regel immer das stärkste Netz und nicht das billigste. Deshalb ist es ratsam in den Voreinstellungen des Handys, unter "Bevorzugtes Netz" den billigsten Anbieter einzutragen. Nur wenn der billigste Anbieter nicht verfügbar ist, bucht sich das Handy bei der Konkurrenz ein.

Der größte Kostenposten fällt an, wenn man sich auf der deutschen Handy-Karte im Ausland anrufen lässt. Da der Anrufer nicht wissen kann wo man sich gerade befindet, zahlt er nur die Gebühren, die bis zur deutschen Netzgrenze anfallen. Die fälligen Auslandsgebühren trägt der Angerufene, sobald er den Anruf entgegennimmt.

Aria/IS-Tim
1800 mHz
Mo-Sa 0-24
1,50 Euro
-
1,51 Euro
2,12 Euro
TR Telsim
900 mHz
Mo-Sa 0-24
1,31 Euro
2,08 Euro
1,54 Euro
1,84 Euro
Turkcell
900 mHz
Mo-Sa 0-24
1,33 Euro
1,48 Euro
1,34 Euro
1,88 Euro
Aycell
1800 mHz
Mo-Sa 0-24
-
-
1,29 Euro
1,84 Euro

Kostenfalle Mailbox

Grundsätzlich ist das Nutzen der Mailbox im Ausland ein teurer Spass. Für die Zeit des Auslandsaufenthaltes leitet der deutsche Netzcomputer alle Anrufe kostenpflichtig ins Ausland weiter. Ist man dort nicht erreichbar und hat eine Rufumleitung aktiviert, leitet das ausländische Netz den Anruf zurück nach Deutschland zum eigenen Anrufbeantworter - ebenfalls auf eigene Kosten. Das bedeutet, dass man für einen anruf gleich zwei Auslandsgespräche bezahlen muss, obwohl man den Anruf gar nicht angenommen hat.

Will man dann vom Ausland aus die Meldung auf der Mailbox auch noch abhören, kostet dies ein weiteres Auslandsgespräch. So sind dann für einen einminütigen Anruf schnell Kosten von 3 Euro oder mehr entstanden, den eigentlichen Rückruf beim Gesprächspartner gar nicht mitgerechnet. Sind dagegen die sogenannten "bedingten Rufumleitungen" deaktiviert, entstehen diese Kosten nicht. Der Anrufer wird lediglich eine Ansage hören, dass der Angerufene gerade nicht erreichbar ist und kann es dann später noch mal probieren. Vorteil: Auch für den Anrufer sind diese "Fehlversuche" in der Regel kostenlos, je nach dem, aus welchem Netz er anruft.

Eine andere Variante ist, vor Reiseantritt alle eingehenden Anrufe zur Mailbox umzuleiten. Der Anrufer landet so ohne Umwege auf der Mailbox, selbst wenn man im Ausland gerade erreichbar wäre. Der Vorteil: es entstehen keinerlei Kosten für die Weiterleitung von Anrufen ins Ausland. Man selbst muss lediglich dann und wann seine Mailbox abhören.

Es geht auch billiger

Eine beliebte, weil preiswerte Möglichkeit bieten Handys mit SMS-Freischaltung (short message service). Das Versenden von SMS gilt als Alternative zum kostenintensiven Telefongespräch, doch auch hier schlagen die Auslandstarife zu Buche.

Für alle, die während eines Segeltörns auf ihr Handy nicht verzichten wollen - wofür es gute Gründe gibt - , ist es am günstigsten, sich eine Prepaid-Karte eines türkischen Anbieters zu kaufen (Hazir-Kart von Türkcell oder Pratik-Hat von Telsim) und diese für die Dauer der Reise gegen die deutsche SIM-Karte auszutauschen. Verbindungen mit Praktik-Hat oder Hazir-Kart nach Deutschland kosten zur Zeit um 1 € die Minute. Siehe dazu aber die Probleme mit der Sperrung des Handy durch die türkischen Behörden: oben

Mit Prepaid-Karte bleibt man auch im Ausland kostenlos erreichbar. Der Anruf von der Türkei nach Deutschland ist ebenfalls billiger und der Anrufer aus Deutschland muss dann zwar die neue Nummer kennen, kann dafür aber mit den Vorwahlangeboten der privaten bundesdeutschen Telefonbetreiber zu unschlagbar günstigen Preisen jonglieren. Diese sind z.B. unter www.billiger-telefonieren.de zu erfragen.

Einen weiteren Clou bieten türkische Handyverkäufer. Wenn man in Deutschland ein deutsches Handy vertragsgebunden gekauft hat, ist eine Nutzung von anderen Karten oft nicht möglich. Doch für einen kleinen Aufpreis schalten die Händler - nicht ganz legal - das Handy frei, so dass man nach Lust und Laune die günstigsten Karten verwenden kann, auch nach der Rückkehr in Deutschland.

Skipper Dr. Hartwig Barth hat einen Tipp:   
Auf der Webseite www.globalsim.net/de stehen die Informationen zu einer Prepaidkarte, mit der wohl zur Zeit am günstigsten aus dem Ausland zu telefonieren ist. Es fallen überhaupt keine Roamingkosten an. Da ich viel Zeit im Ausland verbringe, habe ich damit einiges an Kosten eingespart. Das System mit Callback über eine englische Handynummer funktioniert bestens, ich kann es nur empfehlen. Habe es auch in der Türkei ohne Probleme genutzt. Die Kostentransparenz ist sehr gut, da man nach jedem Gespräch umgehend per SMS über die angefallenen Kosten und über den aktuellen Guthabenstand informiert wird.
Vielleicht kann dieser Tipp manchem nützlich sein.
Mit einem frohen Mast- und Schotbruch
Dr. Hartwig Barth

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