Der Insider

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- Seevögel der Ägäis

Ausarbeitung von Ludger Willenbrink (65), der sich mehr oder minder intensiv seit Grundschulzeiten hobbymässig mit Ornithologie beschäftigt. Ludger ist mehrfach in der Ägäis und an der türkischen Küste auf PANDAREA, INSIDER und ONEWAY mitgesegelt und hat einen kleinen Teil der Bilder fotografiert.



Hier werden die Vogelarten beschrieben, die man beim Segeln in der Ägäis auf hoher See oder in Küstennähe über dem Wasser beobachten kann. Seltenheiten, Wintergäste, Durchzügler (Frühling oder Herbst) und Vogelarten, die bei Landgängen beobachtet werden können, werden hier nicht erwähnt - das ergäbe ein Buch !

Die Reihenfolge entspricht der in bisherigen Vogelführern; die neuesten Erkenntnisse aufgrund der Gentechnik zu den Verwandtschaftsverhältnissen sind noch nicht berücksichtigt.

Abkürzungen: L = Länge von Schnabelspitze bis Schwanzende in cm, S = Flügelspannweite in cm

Röhrennasen:
Verwandte der Albatrosse, mit sehr langen schmalen Flügeln. Durch die beiden röhrenförmigen Nasenlöcher stoßen sie das mit der Nahrung aufgenommene Salzsekret aus - manchmal gegen Feinde am Nest. Einige Arten legen jährlich unglaubliche Entfernungen zurück (z.B. Dunkler Sturmtaucher <= 65.000 km).

Sie nutzen dabei die Aufwinde an den Wellenbergen und lenken durch Verdrehen der Flügel; je stärker der Wind, desto weniger kraftzehrende Flügelschläge! Man bemerkt sie leicht gegen den Horizont, wenn sie sich auf wenige Meter über dem Wasser hochtragen lassen, über einen Flügel abkippen und ins nächste Wellental sausen.

Gelbschnabelsturmtaucher:
L~50, S~110
Oben graubraun mit leichter Schuppung, fast schwarze Schwanzbinde, unten weißgrau mit dunklen Rändern, Schnabel im Sonnenlicht gelb mit dunkler Spitze, tritt eher allein auf.




Mittelmeersturmtaucher:
L~35, S~80
Oben kontrastarm ziemlich gleichmässig dunkelbraun, unten weißlich bis dunkler bräunlich, dunklere Ränder, Schnabel schwarz, tritt auch in Trupps auf.




Sturmschwalbe:
L~16, S~38
Nur etwa amselgroß, schlanker, längere Flügel. Wirkt ganz schwarz bis auf den von hinten sichtbaren weißen Bürzel. Fliegt dicht über dem Wasser mit schnellem Flügelschlag und nur kurzen Gleitphasen. Als Vogel des Nordatlantik und der Britischen Inseln in der Ägäis sehr selten, aber von der ONEWAY aus schon gesichtet (drei Stück südlich Pharmakonissi 29.5.2007).


Ruderfüßer:
Die hier beschriebenen zwei Arten tauchen aus dem Schwimmen oder direkt im Sturzflug aus der Luft, fetten ihre Flügel nicht ein und breiten sie zum Trocknen aus, wenn sie - gerne auf Pfählen - in der Sonne sitzen. Im Flug wirken sie fast schwarz, mit langem Hals, langem Schwanz und mittelgrossen Flügeln. Auch Pelikane gehören zu den RuderFüßern, sollten aber über dem Meer eigentlich nicht auftreten.

Kormoran:
L~90, S~145
Oben schwarz, junge braun, unten schwarz, junge weißlich. Nur der Schnabelgrund rund um die Augen gelb, Kehle weiß, zur Brutzeit weißer Fleck an der "Hüfte", brütet in Kolonien auf kahlen Bäumen, steht gern auch auf Molen, Leuchttürmen, Bojen etc. Flug mit Gleitphasen, tritt meist einzeln auf, fischt aber mitunter organisiert in grossen Schwärmen ähnlich einer Treibjagd.

Krähenscharbe:
L~75, S~100
Oben in der Sonne dunkelgrün glänzend, wirkt aber meist schwarz, unten wie oben, junge bräunlich (siehe Bild), unten weißlich. Nur unterer Schnabelgrund gelb, steht fast nur auf Felsen oder Mauern, keine Gleitphase im Flug, schnellerer Flügelschlag als Kormoran, wirkt schlanker als Kormoran, fischt auch in grossen Schwärmen.


Schreitvögel:
Die hier beschriebenen vier Reiherarten kommen insbesondere an den leider immer mehr sich ausbreitenden Fischzuchtanlagen vor. Dort stehen sie dicht über oder etwas im flachen Wasser und stoßen mit dem Schnabel nach Beute. Im Flug ragen die Füße über die Schwanzfedern hinaus und der Kopf ruht auf dem S-förmig zusammen "gefalteten" langen Hals, - nach dem Start erst nach einigen Flügelschlägen.

Seidenreiher:
L~60, S~90
Ganz weiß, mitunter weiße Schopffedern, Schnabel und Beine schwarz, jedoch "Füße" (es sind die Zehen!) auffallend gelb! Sehr selten kommt eine melanistische (dunkelbraun bis schwärzlich) Form vor.




Silberreiher:
L~95, S~155
ganz weiß, Schnabel zur Brutzeit schwarz mit wenig Gelb an der Wurzel, sonst gelb mit dunklerer Spitze, Beine ab Fußgelenk abwärts schwärzlich.





Graureiher:
L~95, S~185
Auch in Mitteleuropa häufig, oben grau, im Flug schwarze Schwungfedern (Aussenflügel) auffallend, unten, Hals und Kopf weiß mit schwarzen Schmuckfedern, Schnabel orangegelb, jung fahlgelb, Beine dunkel.




Purpurreiher:
L~85, S~135
Oben grau und braun, jung heller braun geschuppt, Hals und Brust braunrot mit schwarzen und weißen Längslinien, Bauch schwarz, Scheitel schwarz, Schnabel gelblich, Jungvögel wirken heller braun und nicht so kontrastreich.





Entenvögel:
Schwäne, Gänse und Enten sind zwar Wasservögel, aber nicht typisch für die Ägäis, sondern, falls doch zu sehen, auf Ortswechselflug von Land zu Land oder im Hafen auf Futtersuche bzw. Betteltour.

Greifvögel:
Auf ihren ausgedehnten Beuteflügen sind auch typische Land-Greifvögel gelegentlich über dem Meer zu sehen. Hier werden einige genannt, die an den Küsten der Ägäis häufiger vorkommen.

Mäusebussard:
L~55, S~120
Auch in Mitteleuropa häufig, breite runde Flügel mit meist aufgefächerten Handschwingen, segelt mit leicht V-förmig gehaltenen Flügeln, Schwanz fein quer gebändert, breit und abgerundet, Färbung sehr variabel von fast ganz weiß bis sehr dunkel, typisch die dunklen Handschwingenspitzen und die von unten auffallenden beiden dunklen "Augen" im Bereich der Federwurzeln dieser Handschwingen. Diese dunklere Färbung zieht sich meistens bis zum Rumpf hin, sodass der "Vorder"flügel dunkler wirkt als der Flügelrest.


Adlerbussard:
L~55, S~140
Sehr ähnlich dem Mäusebussard, jedoch eher rostbraune Farbtöne, keine Querbänderung im Schwanz, sondern ziemlich gleichmässig bräunlich. Der dunklere "Vorder"flügel ist hier ebenfalls eher rostbraun.




Rötelfalke:
L~30, S~65
Sehr ähnlich dem in Mitteleuropa häufigen Turmfalken, im Flug spitze Flügel, langer gerader Schwanz mit eher rundlichem Ende, unten hell mit dunklen Flügelspitzen und schwarzem Band am Schwanzende, Bauch hellbräunlich, Terzel oben rotbraun, Kopf, Flügelteile und Schwanz grau, Weibchen schwarz und hellbraun gebändert, beide mit mehr oder weniger gefleckter Brust, Füße gelblich, hält sich gerne an und in alten Türmen, Tempeln u.ä. auf.


Eleonorenfalke:
L~40, S~100
Nur an Inseln des Mittelmeers! (gesehen z.B. in Skiathos, Amorgos und Kinaros). Brütet kolonieweise auf den Inselklippen und während des herbstlichen Vogelzugs, da er dann reichlich Kleinvögel erbeuten kann. Rast gerne truppweise um grössere Klippen herum wie zum Spiel (berlinisch: "..aus Daffke"). Nach denen Ausschau halten lohnt sich! Im Flug spitze Flügel, auffallend langer gerader Schwanz, wirkt schwarz; es gibt aber zwei Morphen (mit fliessenden Grenzen): die eine ist ganz dunkel, die andere, häufigere ist nur oben dunkel, aber unten rostfarben mit schwarzen Fleckchen sowie weißer Kehle und Backen (siehe Bild), Füße gelblich.

Möwen:
Segeln gern lange Strecken, auch hinter Schiffen, wo sie die Aufwinde ausnutzen. Nehmen Nahrung schwimmend oder dicht über dem Wasser flatternd auf, geschickt auch aus der Luft zugeworfene Leckerbissen. Brüten kolonieweise an Steilküsten und halten sich natürlich auch gern an Fischzuchten auf (z.B. Kalymnos, Akti-Bucht).
Möwen erreichen erst nach mehreren Jahren Geschlechtsreife und damit die endgültige Gefieder- und Schnabelfarbe. Vorher sind sie mehr oder weniger bräunlich gescheckt mit dunklem Schnabel.

Schwarzkopfmöwe:
L~37, S~100
ähnlich der in Mitteleuropa im Binnenland sehr häufigen Lachmöwe ("Emma"), wirkt jedoch etwas kräftiger und nicht ganz so schlank. Flügel sehr hell grau, Spitzen weiß ohne Schwarz (Lachmöwe). Kopf und ganzer Hals im Brutkleid schwarz (bei Lachmöwe nur bis zum Nacken sehr dunkles Braun) , sonst weiß mit dunklen Flecken hinter den Augen und im Nacken. Kräftiger stumpfer (Lachmöwe spitzer) Schnabel rot mit schwarzem Band hinter der gelben Spitze. Füße rot.


Korallenmöwe:
L~50, S~132
Diese nur in der Ägäis und im westlichen Mittelmeer vorkommende Art wird von der stärkeren und anpassungsfähigeren Weißkopfmöwe im Bestand bedrängt. Ihr "Gschau" wirkt wesentlich freundlicher als das grantige und fast feindliche der Weißkopfmöwe. Altvögel im Flug sehr hellgrau mit viel weiß, Flügelspitzen jedoch schwarz mit wenig weißen Flecken. Schnabel rot mit etwas Schwarz vorn und kleiner gelber Spitze, bei Jungvögeln olivgelblich statt rot. Füße dunkelgrüngrau. Augen dunkel mit rotem schmalem Ring.


Weißkopfmöwe:
L~60, S~145
Früher Unterart der an der Nord- und Ostseeküste sehr häufigen Silbermöwe, jetzt als eigene Art angesehen. Graue Flügel, schwarze Flügelspitzen mit wenig weißen Flecken, Rumpf weiß, Schnabel gelb mit rotem Fleck an der Unterschnabelspitze, bei Jungvögeln dunkel. Füße gelb. Augen gelb mit orangegelbem Ring.

Seeschwalben:
Sind weder verwandt mit Schwalben noch mit Möwen und schlanker als letztere. Sie fischen beeindruckend stoßtauchend aus einigen Metern Höhe.
Mit der Gefiederfärbung ist es ähnlich wie bei den Möwen: es dauert mindestens ein Jahr, bis das mehr oder weniger gefleckte und bräunliche Gefieder der Jungvögel durch das Altvogelgefieder ersetzt ist.

Lachseeschwalbe:
L~36, S~100
Spitze, graue Flügel, grauer Bürzel, grauer, schwach gegabelter Schwanz, unten und Kehle weiß, im Brutkleid schwarze Kopfplatte bis zum Nacken, sonst Kopf weiß mit dunklem Fleck vor und hinter dem dunklen Auge, Schnabel und Füße schwarz.





Flussseeschwalbe:
L~33, S~ 90
Spitze, graue Flügel mit dunkleren Handschwingen, weißer Bürzel und stark gegabelter Schwanz, unten sehr hell grau, im Brutkleid schwarze Kopfplatte bis zum Nacken, sonst weiße Stirn (statt schwarz), Schnabel rot mit schwarzer Spitze, Füße rot.

Eisvögel:
Im vorderen Orient gibt es zwar aus dieser Vogelfamilie im Binnenland ausserdem noch Graufischer und Braunliest, der in Mitteleuropa bekannte Eisvogel fischt jedoch auch an der Mittelmeerküste. Jedenfalls wurde er schon morgens auf den Landleinen der "Insider" (Vorgängerin der "Oneway") sitzend und garnicht scheu gesehen.

Eisvogel:
L~16, S~25
Fängt eindrucksvoll Nahrung stoßtauchend von einer Sitzwarte aus oder aus dem schwirrenden Flug in einigen Metern Höhe rüttelnd innehaltend. Nistet in selbst gegrabener, bis 1 m langer Brutröhre im Uferbereich. Unverkennbar durch insbesondere im Sonnenlicht aufblitzendes leuchtendes Türkisblau der Flügel, hellere grünblaue Oberseite und rostrote Unterseite. Am Kopf auch weiße Flecken. Langer dunkler Schnabel, beim Weibchen Unterschnabel rötlich.

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