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- "Was ich im türkischen Dampfbad erlebte..."

Erfahrungsbericht eines Türkei-Seglers im Hamam

Haben Sie für Ihre nächste Reise in die Türkei einen Besuch im türkischen Dampfbad, dem Hamam, eingeplant? Falls ja, dann aber bitte mit gesunder Wirbelsäule. Das empfiehlt Dr. Wolfgang E r m e s, praktischer Arzt und Chirotherapeut in Plettenberg-Ohle. Hier sein Bericht:

"Nach über 22 Stunden hatte unsere Crew, 6 Mann und eine Frau, nach stürmischem Törn bei Windstärke 7 in der Marina von Fethiye festgemacht. Der Empfehlung einer anderen Crew folgend, machten wir uns salzig und mit geschundenen Gliedern auf zu den offerierten Wohltaten des türkischen Dampfbades Hamam. Wir zahlten 10 000 Lira, das sind ca. 9,50 DM, dann ging es zunächst zur obligatorischen Reinigung, zum saunaähnlichen Schwitzen und anschließend zu den Kneippschen Güssen.

Die wagemutigen fünf aus unserer Crew ahnten noch nichts Böses, als sich ein sehniger ottomanischer Bademeister und Masseur zu uns gesellte und den ersten von uns aufforderte, sich auf den achteckigen opfertischähnlichen Massagetisch zu legen.

Der Kollege legte sich auch auf den Tisch und wurde zunächst mit Kernseifenschaum eingeseift, was nicht weiter tragisch war. Doch dann ging es los. Was folgte, war Chirotherapie in konzentrierter Form: Redressment der Thoraxappertur, Scherengriff von D2 bis D 12 ohne Rücksicht auf Kyphosescheitel, dann Ventralisierung der LWS - wehe einer Protrusio oder eines klinisch leisen Prolaps, der Querschnitt wäre sicher gewesen -, Rotationstraktion der Einfachheit halber gleich in beide Richtungen. Auf dem seifenglitschigen Tisch war überhaupt keine Gegenwehr möglich. Als sich der Kollege endlich wieder aufsetzen durfte, war das Prozedere aber noch lange nicht zu Ende.

Nun kam erst der gefährlichste Teil: beidseitige unspezifische Manipulation an der HWS - wehe, wer hier ein pathologisches Substrat an Wirbeln oder Bandscheibe hat.

Meinen zahnärztlichen Kollegen mußte ich anschließend von den iatrogen gesetzten Blockierungen befreien, damit er den Törn fortsetzen konnte. Spaß hat es aber trotzdem gemacht."




Rückfragen an Dr. med. W. Ermes, Vorm Kleekamp 6, 58840 Plettenberg-Ohle, Sprechstunden: Mo - Fr von 8 - 12 Uhr und Mo, Di, Do von 15 - 18 Uhr und nach Vereinbarung. Telefon 02391-541 42, Fax 02391-541 60



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