CockpitTalk
Nicht mit der Tischdecke navigieren!
Soll auch in anderen Revieren vorkommen: klick
von Udo Hinnerkopf




Auf griechische Tavernentischdecken wird nach dem Essen oft die Rechnung gekritzelt. Die Decken sind dann vollgesät mit neuen Klippen und Riffen in roter oder olivgrüner Farbe, und deshalb meist nicht mehr unbedingt für die Navigation geeignet. Dennoch soll es Skipper geben, die Tzatziki-, Rotwein- oder Moussakaflecken mit dem Handrücken von der Rechnung wischen und das Papier fein säuberlich zusammengefaltet mit an Bord nehmen, um damit die Insel zu umrunden. "Gedruckte Papierdecken sind nicht zum Navigieren gemacht", sagte Tavenenwirt Manolis auf Amorgos, als er dieses sah. In Zukunft will er einen Warnhinweis auf seine Papiertücher von der Rolle drucken lassen: Caution: Not to be used for navigation! In den USA gibt es entsprechende Vorbilder für Warnaufdrucke.

Nach dem Essen, Navitischdecke nicht vergessen...
"Benutzen Sie dieses Gerät nicht als Fön" stand auf der Gebrauchsanweisung für eine Heissluftpistole, die eigentlich zum Entfernen alter Farbe benutzt werden soll und bis zu 1000 Grad Fahrenheit warm werden kann. Ein Mann hatte den absurden Gefahrenhinweis für das Gerät eingeschickt und dafür die 500 Dollar Preisgeld des "Wacky Warning Label"-Wettbewerbs erhalten. Der zweite Preis von 250 Dollar ging an eine Frau, die die Anweisung "Versuchen Sie nie, ein fallendes Messer in der Luft aufzufangen" beim Kauf eines Küchenmessers in der Packung fand.

Ehrenhaft erwähnt wurde von der Preisjury außerdem eine Flasche mit getrocknetem Luchsurin, die eingeschickt worden war. Das Pulver gilt als natürliches Schädlingsbekämpfungsmittel. "Nicht zum Verzehr geeignet", hieß es auf der Verpackung.

Zum neunten Mal hat M-LAW die verrücktesten Warnhinweise gekürt. Doch die skurrile Preisverleihung soll nicht nur der Unterhaltung dienen. Die Warnhinweise ständen sinnbildlich für ein unberechenbares Rechtssystem, erklärte Robert B. Dorigo Jones, der Präsident von M-LAW. Weil Richter fast alle Schadensersatzklagen zuließen, müssten sich Hersteller gegen alle noch so absurden Eventualitäten absichern.

Aus den zahlreichen absurden Gefahrenhinweisen, die seit dem ersten "Wacky Warning Label"-Wettbewerb zusammengekommen sind, soll jetzt ein Buch mit den 101 seltsamsten Warnungen zusammengestellt werden. "Wenn Richter es als ihre Pflicht ansähen, Klagen, die auf unseriösen Theorien fußen, abzulehnen, gäbe es weniger solcher schrägen Warnhinweise und in den Gerichtssälen ginge es etwas fairer zu", erklärte Dorigo Jones.


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