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Der Insider
- Augen auf beim Fischeinkauf
Fisch ist nicht immer frisch - auch beim Fischer nicht

Es war einmal eine Crew, die wollte in einer Bucht frischen Fisch direkt von einem Fischer kaufen. Als das Fischerboot herbei tuckerte und der Fischersmann mit freundlichem Grinsen die typische Handhaltung für "balik" machte (ausgestreckte Hände: so groß!), wurde spontan entschieden: jetzt oder nie! Zwei Fender wurden außenbords gehängt und die Leine des Fischerbootes angenommen. Der Fischer zeigte seine Fische - es waren nicht viele, besonders keine großen, aber man einigte sich auf vier Brassen zum Preis von umgerechnet DM 7,50 das Stück. Statt sie sich nun genau anzuschauen vertraute man voll dem guten Fischersmann, der beteuerte "bugün taze", was soviel heißt wie "heute frisch" und nahm auch gerne sein Angebot, die Brassen zu entschuppen an.

Der Fischer beugte sich auf der blickabgewandten Seite seines Bootes nach außenbords und schrubbte den Fisch. Der Crew überlegte sich derweil wie man den Fisch anrichten würde: in der Pfanne gebraten oder mit Zwiebeln, Tomaten und einem Schuß Wein gedünstet. Schließlich reichte der Fischer den geputzten Fisch in einer Plastiktüte an Bord, bekam dafür sein Geld und tuckerte davon.

Als am Abend der Fisch nochmals gewaschen wurde, um anschließend in die Kasserolle gelegt zu werden, stellte man fest, dass die Bauchhaut der Fische bereits gelbe Schatten hatte und ein Teil des Bauches gänzlich weggeschnitten war. Daraus lernte die Crew, beim nächsten Fischkauf besser aufzupassen. Der Fisch schmeckte dann trotzdem noch ganz gut. Er war eben nur nicht mehr ganz "taze". Wahrscheinlich hatte er schon drei bis vier Tage oder länger auf dem Eis unter der Plane im Boot des Fischers gelegen.

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