Der Insider


Törntipp für einen Kat-Route mit Kindern im Sommer

Hallo Insider,

wir haben ab Göcek einen Kat gechartert und haben vier Kinder zwischen 11 und 15 Jahren an Bord plus die zwei Elternpaare dazu. Was raten Sie uns? Welche Törnplanung für 2 Wochen können Sie uns empfehlen? Es soll zwar gesegelt werden, allerdings mit Rücksicht auf die Kinder nicht zu viel. Das Revier kenne ich flüchtig. Mit dem Lagoon 440 kann ich gut umgehen, ich kenne sie vom Atlantik und von Südfrankreich recht gut. Es soll ein entspannter Urlaub werden, keine Strecke machen, viel Baden, Tauchen, segeln und eventuell ein wenig Kultur.

Ich kenne den Golf von Fethiye und auch Kekova (Hassans Restaurant - wer kennt es nicht!). Ich fand das Essen aber ganz ok und Hassan sehr zuvorkommend. Kaum zu glauben, dass er noch nie in Deutschland war bei seinem perfekten Deutsch!!! (Ich zweifle immer noch...)

Vielen Dank im voraus und viele Grüße
Manfred H. Sackermann




Hallo Herr Sackermann,

die wichtigste Frage ist immer die nach den Präferenzen. Sie schreiben entspannter Urlaub, keine Strecke, viel Baden, Tauchen, Segeln und ein wenig Kultur. Da möchte man empfehlen im Golf von Fethiye zu bleiben und alle Buchten kreuz und quer zu besuchen, dazwischen zu segeln und den Kindern so viel wie möglich Freiraum zu lassen.

Allerdings sind Sie zwei Wochen unterwegs und da wird es vielleicht doch etwas langweilig im Golf drin. Mein Tipp wäre deshalb entweder nach Südost bis Kekova oder nach Nordwest bis Marmaris zu segeln, sozusagen die Nase etwas aus dem schönen Golf hinaus zu stecken und mehr zu sehen. Kaunos und das Schilfgebiet im Dalyan-Mündungsdelta bieten viel. Fethiye, Gemiler und von Kas oder Kekova aus die Nikolauskirche in Myra auch.

Ich denke das wäre ein gute Strategie. Sie sollten aber taktisch vorgehen und die Draußenstrecke in der ersten Woche machen. Denn manchmal kann ein heftiger Wind wehen und da kann das Zurückkommen, vor allem wenn Sie die Südostroute wählen, hart werden. Die sieben Kaps (Yedi Burunlar) von Kalkan bis Ölüdeniz bieten keinen Schutz, und da hat es schon manchen ganz schön aufgestellt, weil hier gegen den NW-Wind auch noch der SE-Strom aufläuft. Zwar heißt es im allgemeinen je weiter unten, desto weniger Wind. Aber manchmal bläst es an dieser Ecke mit 9 aus NW - auch im Sommer.

Welche Buchten und welche Ankerplätze zu empfehlen sind, erspare ich mir hier im Detail. Es geht ja vor allem um die richtige Strategie. Dafür bieten die Bücher von Radspieler (an dem ich mit gearbeitet habe), Andrea Horn oder Rod Heikell genügend Ideen und Informationen. Auch auf meiner Insiderseite im Internet finden Sie einige Tipps für die Gegend. Noch ist ja jede Menge Zeit sich vorzubereiten.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Törn. Vielleicht haben Sie Lust hinterher einen kleinen Erfahrungsbericht unter dem Aspekt "mit Kindern" zu schreiben und Ihre Erkenntnisse anderen mitzuteilen. Diesen würde ich dann gerne im Insider veröffentlichen.

Alles Gute und eine schöne Vorbereitungszeit
IUdo Hinnerkopf


Hallo Herr Hinnerkopf,

das türkische Revier ist sehr, sehr schön, teilweise traumhaft. Insbesondere in der Vor- und Nachsaison. Wir kommen aus Kroatien (Dauerlieger in der Nähe von Split) und regen uns seit mindestens drei Jahren über die unverschämte Preisschraube auf, sowie über die Erlasse der Regierung, die dem Segeltourismus diametral entgegenstehen. Es "riecht" nach Schikane für Eigner, obwohl man mit denen doch im Winter wie im Sommer Geld verdient.

Wir haben dann trotz eigenem Schiff einen Kat in Marmaris gechartert und waren begeistert. Freundliche Menschen, hilfsbereit und angenehm (es gilt natürlich: so wie man in den Wald reinruft..). Die Küche ist gut, teilweise sehr gut, die Preise sind für die gebotene Qualität durchaus in Ordnung. Warum sollten die türkischen Restaurantbesitzer auch Menüs zu 5,- Euro anbieten, wie manche Mitsegler immer meinen, Sie bieten doch gute Qualität und es ist durchaus fast immer die 15 20 Euro wert (3 Gänge).

Die großen Touristenfallen sollte man auch hier meiden, das ist eben so wie überall auf der Welt. Man bekommt fast überall Liegeplätze mit Moorings (auch bei Buschwirtschaften) dazu Wasser und Strom. Sprachlich hat man auch keine Probleme, viele sprechen Deutsch und die Jungen Englisch, ein bisschen Türkisch lernen und sprechen schadet auch nicht (einfache Sätze kann man gut lernen und kommt bei der Bevölkerung an).

Der Golf von Fethiye ist phantastisch. Jede Bucht schillert in anderen Farben, das Wasser ist klar und angenehm warm zum Baden. für die Kinder ein Traum, weil kaum Welle steht. Will man hart segeln muss man nur Richtung Rhodos Kurs nehmen, da ist meistens Wind. Wir haben nun schweren Herzens unsere Nautor 43 verkauft und uns auf das Kat segeln ausgerichtet. Noch brauchen wir Übung darin, aber der Wohnkomfort ist doch einmalig auf einer Lagoon 440, die wir für Mai 2007 gechartert haben.

Danke für die schöne Internetseite und die guten Informationen / Grüße

Manfred Sackermann