Der Insider


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Insider-Routen-Tipps: Törnempfehlungen aus der Praxis


Die folgenden Empfehlungen wurden für Crews ausgearbeitet, die noch nie vorher in diesem Revier gesegelt sind.

Zwei Wochen Marmaris - Marmaris

Eine Woche Marmaris - Marmaris

Drei Wochen Bodrum - Marmaris - Bodrum

Empfehlung 1:
Zwei Wochen Marmaris - Marmaris

Vorbemerkung: Der Mai ist (neben September) der angenehmste Törnmonat in der Türkei. Die Temperaturen sind noch erträglich, die Landschaft ist grün, die Saison läuft noch nicht auf vollen Touren, Leute und Kneipiers sind noch entspannt und nicht von der Hektik des Sommergeschäftes genervt. Und die Buchten sind noch wohltuende leer. Es gibt nur eine Einschränkung: die Wassertemperaturen sind noch nicht so warm wie im Sommer. Und: man muss - selten zwar - aber noch mit ein bis zwei südöstlichen Winden (Lodos) rechnen.

In der Türkei gibt es seit 2003 das dichteste Netz mit den besten Marina im gesamten Östlichen Mittelmeer. Marmaris und Bodrum sind die Yachtzentren. Die Stationen der Vercharterer sind auf zahlreiche Marinas verteilt. Die Restaurants und Versorgungsmöglichkeiten sind hervorragend. Der erste und der letzte Abend sollte also einem der guten Restaurants im jeweilgen Zentrum des Ortes widmen. In Marmaris würde ich ins PINAPPLE in der Netsel-Marina gehen; in Bodrum in den Yachtclub direkt am Eingang.

Zur Törnstrategie: 13 Tage sind zu verplanen, Zeit genug, um einen ersten Eindruck von diesem ausgezeichneten Segelrevier zu bekommen. Ich segele sowohl gerne nach Südosten als auch nach Nordwesten. Beide Richtungen versprechen lohnende Ziele. Bei der Planung für eine Woche fällt die Entscheidung zugunsten der Nordwesttour aus. Ich empfehle einen Grundvorrat für den Mittagsimbiss an Bord vorab durch die Basis einkaufen zu lassen (Einkaufsliste anfordern).

1. Tag: Sonntag Nach dem Ablegen motoren wir zum Ausgang der großräumigen Bucht von Marmaris. Es lohnt sich kaum, schon in der Bucht die Segel zu setzen, weil eine sehr schmale Passage passiert werden muss, in der der Wind meist von vorne weht oder schralt. Nach dem Passieren der Enge Segel hoch und Richtung Südsüdost an der Küste entlang zum Kap Kadirga. Von hier etwa 8 - 10 Meilen Kurs Richtung Rhodos halten, um von der Küste mit den hohen Bergen wegzukommen (Fallböen) und dann Kurs Südwest gegen den normalerweise gegen Mittag einsetzenden Südwestwind im Kanal zwischen türkischer Küste und Rhodos aufkreuzen, bis kurz vor Kap Karaburun.

Vor dem Kap bieten sich zwei geschützte Ankerplätze an: Serçe Limani (Spatzenbucht) und Bozukkale (kaputte Burg). Wenn es nicht allzu stark (!) aus Südost bis Süd wehen sollte, würde ich in jedem Fall Bozukkale vorziehen, da Serçeliman nicht gegen Südwinde schützt.

In der großräumigen BOZUKKALE (griech. Name Aplotheka) findet sich linkerhand - etwa in der Mitte hinter einer Felsnase - das Çoban Ali Restoran, eine wilde Kneipe wie bei den Raubfischern von Hellas. Festmachen am Holzsteg davor mit ausgelegten Murings. Die Kneipe sieht bei Tageslicht etwas abweisend aus; sitzt man aber einmal unter den Weinranken, ist es sehr urig. Vorher unbedingt die Preise aushandeln!! Es gab schon Beschwerden. Man sollte aber bedenken, dass alles mit dem Boot oder Esel weit über die Berge herangeschafft werden muss. Deshalb nicht billig. Es gibt tagesfrischen Fisch, einfach und gut, selbstgebackenes Fladenbrot und einige, wenige Vorspeisen. Wein (Villa Doluca) , Bier (Efes oder Tuborg), Raki. Hier ist noch ein Stück Ur-Türkei zu entdecken.

2. Tag: Montag Frühstück an Bord oder bei den "Raubfischern". Ziel: DATÇA. Von Bozukkale motoren wir um das Kap Karaburun, setzen Segel und segeln/kreuzen zwischen der griechischen Insel Simi und dem türkischen Festland Nordkurs, bis die Simi nördlich vorgelagerte Insel Nimos nördlich passiert werden kann. Kein Problem, wenn wir dicht an dieser griechischen Insel entlangsegeln. Von hier aus sehen wir schon die weißen Häuser von Datça in nordwestlicher Richtung und halten drauf zu. Etwa 8 sm und wir sind dort. Der Ort ist hübsch und bietet gute Einkaufsmöglichkeiten und Restaurants. Bei südlichen Winden müssen wir den Ort verlassen, da er nach SE offen ist.

3. Tag: Dienstag Tagesziel KNIDOS, 15 sm nach West, die antike Hafenstadt. Wir motoren wieder bis zu Kap Ince Burun südlich von Datça und segeln dann gegen den mittags einsetzenden Westwind in langen Schlägen mal von der Küste weg, mal wieder zur Küste hin bis zum vordersten Kap, der antiken Hafenstadt Knidos (antikes Theater, Ausgrabung). Wenn der Wind nicht zu stark ist, Segeln bis weit in die Nacht hinein.

Achtung beim Anlaufen des antiken Hafens: schmale Einfahrt ohne Beleuchtung; rechts und links ragen Unterwasserfelsen in die Fahrrinne. Exakt nach Karte Einsteuern. Drinnen mit viel Kette ankern (schlechter Grund). Abendessen in der einzigen Kneipe am Ufer (die 2003 geschlossen blieb; was 2004 sein wird bleibt abzuwarten). Sehr eindrucksvoller Ort. Hier stand die weltberühmte Aphrodite von Knidos (nackt). Leider verschwunden; Kopie im Louvre in Paris.

Wenn Knidos wegen Wetter oder aus anderen Gründen nicht zuerreichen ist, würde ich Palamut anlaufen. Palamut ist bei Süd oder Südost geschützt. Achtung: Die Sandbarre in der Einfahrt liegt nach wie vor auf der rechten Seite. Man halte sich also mehr in der Mitte bis links zur Aussenmole, sonst läuft man auf!!! Der Ort ist etwas unaufgeräumt, aber gute Kneipen.

4. Tag: Mittwoch Frühstück an Bord. Heute Kurs Nord nach BODRUM, dem antiken Halikarnassos. Etwa 18 sm. Bei starkem Wind kann die Umrundung des Kaps von Knidos schwierig sein. Dann lieber einen Wartetag einlegen. Ansonsten ums Kap motoren und dann etwa 30° nach NNE segeln. Alle Infos zu Bodrum in den einschlägigen Büchern, z.B. im neuen Radspieler, für den ich im Sommer 2007 von Çanakkale bis Antalya recherchiert habe. Perfekte Milta Bodrum Marina (früher Karada Marina) mit Superduschen und allen Einkaufsmöglichkeiten. Der Ort, der neben Marmaris zum Mekka der Segler im Östlichen Mittelmeer geworden ist.

5. Tag: Donnerstag Auslaufen gegen Mittag zur ORAKADASI am Beginn des Gökovagolfes. Dort in einer nach Osten offenen Bucht festmachen und das superklare Wasser geniessen. Herrliche Einsamkeit nach dem quirligen Bodrum.

6. Tag: Freitag Zurück in Richtung Knidos mit Raumschotswind und das Kap in einem Schlag umrundet und weiter zur Echobucht 1 sm südlich von Palamut. Genaue Beschreibung in den Handbüchern. Ganz einsam, herrlicher Sternenhimmel, wunderbares Wasser.

7. Tag: Samstag Tagesziel die Bucht von DIRSEK, eine nach allen Seiten gut geschützte Bucht mit einer kleinen sauberen Taverne in ihrem Scheitel. Betonanleger, an dem man bequem festmachen kann. Mittags legen hier manchmal Ausflugsschiffe an, nachts ist man aber meist mit den Wirtsleuten alleine. Siehe auch Kneipentörn rund Marmaris in der YACHT 15/2003

8. Tag: Sonntag Heute in den Hisarönü-Golf (Burgengolf). Ziel die nach Süden einschneidende Bucht ORHANIYE im hinteren Ende des Golfes. Der Wind weht normalerweise raumschots. Der Burgengolf ist malerisch; wilde Tuffsteinfels-Landschaft mit vielen Buchten. In der Orhaniye-Bucht am Ende des Golfes gibt es zwei Möglichkeiten: entweder in der Marti-Marina mit Duschen und Toiletten einen richtigen Marinabetrieb nutzen (Restaurant-Tip Faneri. Spezialität: gefüllte Tintenfische und Shrimps in Knoblauchsauce).

Oder etwas tiefer in der Bucht ein Holzanleger mit dem türkischem Restaurant KADIR (zahlreiche sehr gute Vorspeisen) und etwas primitiver Dusche. Frühstück in beiden Restaurants. Absolut sicherer Platz bei allen Winden. Siehe ebenfalls Kneipentörn rund Marmaris.

9. + 10. Tag: Montag und Dienstag Segeln im Burgengolf ohne Meilenstress. Es gibt viele Buchten und Ankerplätze. Man sucht sich den geeigneten Platz für die Nacht nach Standort und Laune. Überall gibt es entweder Einsamkeit oder Kneipen, vor denen man festmachen kann.

11. Tag: Mittwoch Tagesziel Bozburun. Liegt gegenüber von Simi an der türkischen Küste im Sömbeki Golf. Also aus dem Hisarönügolf um das Kap Boz Burnu mit der vorgelagerten (manchmal nicht betonnten) Untiefe Atabol Kayasi herumsteuern und dann nach Südosten in Richtung Kizil Ada (Mädcheninsel) segeln. Nach der Rundung des Südecks der Insel geht es genau nordwärts in Richtung Bozburun Hafen. Mehr: Bozburun

12. Tag: Donnerstag Kurs mit Raumschotswind (häufigste Windrichtung West bis Südwest) durch den Rhodoskanal zum Kap Kadirga an der Einfahrt in die Marmaris-Bucht. Gleich hinter dem Leuchtturm in die erste Bucht einlaufen und dort mit Landleine festmachen. Die letzte Stille Nacht des Törns.

13. Tag: Freitag Zurück nach Marmaris und Abgabe und Auschecken.

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Empfehlung 2:
Eine Woche Marmaris - Marmaris

Dieser Törn ist im Prinzip eine auf eine Woche gekürzte Fassung des oben besprochenen Zweiwochen-Törns. Um Verwechslungen zu vermeiden wird er hier nochmals komplett ausgeschrieben.

Vorbemerkung: wie Empfehlung 1 (oben)

Zur Törnstrategie: Eine Woche ist knapp, aber ausreichend, um einen ersten Eindruck von diesem ausgezeichneten Segelrevier zu bekommen. Ich empfehle nach Nordwesten zu segeln, weil man zunächst gegen den vorherrschenden Westwind aufkreuzt und gegen Ende mit Rumschotswind nach Marmaris zurück segeln kann.


1. Tag: Sonntag Nach dem Ablegen motoren wir zum Ausgang der großräumigen Bucht von Marmaris. Es lohnt sich kaum, schon in der Bucht die Segel zu setzen, weil eine sehr schmale Passage passiert werden muss, in der der Wind meist von vorne weht oder schralt. Nach dem Passieren der Enge Segel hoch und Richtung Südsüdost an der Küste entlang zum Kap Kadirga. Von hier etwa 8 - 10 Meilen Kurs Richtung Rhodos halten, um von der Küste mit den hohen Bergen wegzukommen (Fallböen) und dann Kurs Südwest gegen den normalerweise gegen Mittag einsetzenden Südwestwind im Kanal zwischen türkischer Küste und Rhodos aufkreuzen, bis kurz vor Kap Karaburun.

Vor dem Kap bieten sich zwei geschützte Ankerplätze an: Serçe Limani (Spatzenbucht) und Bozukkale (kaputte Burg). Wenn es nicht allzu stark (!) aus Südost bis Süd wehen sollte, würde ich in jedem Fall Bozukkale vorziehen, da Serçeliman nicht gegen Südwinde schützt.

In der großräumigen BOZUKKALE (griech. Name Aplotheka) findet sich linkerhand - etwa in der Mitte hinter einer Felsnase - das Çoban Ali Restoran, eine wilde Kneipe wie bei den Raubfischern von Hellas. Festmachen am Holzsteg davor mit ausgelegten Murings. Die Kneipe sieht bei Tageslicht etwas abweisend aus; sitzt man aber einmal unter den Weinranken, ist es sehr urig. Vorher unbedingt die Preise aushandeln!! Es gab schon Beschwerden. Man sollte aber bedenken, dass alles mit dem Boot oder Esel weit über die Berge herangeschafft werden muss. Deshalb nicht billig. Es gibt tagesfrischen Fisch, einfach und gut, selbstgebackenes Fladenbrot und einige, wenige Vorspeisen. Wein (Villa Doluca) , Bier (Efes oder Tuborg), Raki. Hier ist noch ein Stück Ur-Türkei zu entdecken.

2. Tag: Montag Frühstück an Bord oder bei den Raubfischern. Heute langer Schlag. Ziel KNIDOS. Wenn nicht erreichbar: PALAMUT, wenn nicht erreichbar: DATÇA.

Von Bozukkale motoren wir um das Kap Karaburun, setzen Segel und segeln/kreuzen zwischen der griechischen Insel Simi und dem türkischen Festland Nordkurs, bis die Simi nördlich vorgelagerte Insel Nimos nördlich passiert werden kann. Kein Problem, wenn wir dicht an dieser griechischen Insel entlangsegeln. Nun Kurs West bis zu Kap Ince Burun südlich von Datça und weiter gegen den mittags einsetzenden Westwind in langen Schlägen mal von der Küste weg, mal wieder zur Küste hin bis zum vordersten Kap, der antiken Hafenstadt Knidos (antikes Theater, Ausgrabung). Wenn der Wind nicht zu stark ist, Segeln bis weit in die Nacht hinein. Achtung beim Anlaufen des antiken Hafens: schmale Einfahrt ohne Beleuchtung; rechts und links ragen Unterwasserfelsen in die Fahrrinne. Exakt nach Karte Einsteuern. Drinnen mit viel Kette ankern (schlechter Grund). Abendessen in der einzigen Kneipe am Ufer (die 2003 geschlossen blieb; was 2004 sein wird bleibt abzuwarten). Sehr eindrucksvoller Ort. Hier stand die weltberühmte Aphrodite von Knidos (nackt). Leider verschwunden; Kopie im Louvre in Paris.

Wenn Knidos wegen Wetter oder aus anderen Gründen nicht zuerreichen ist, würde ich Palamut anlaufen. Palamut ist bei Süd oder Südost geschützt. Achtung: Die Sandbarre in der Einfahrt liegt nach wie vor auf der rechten Seite. Man halte sich also mehr in der Mitte bis links zur Aussenmole, sonst läuft man auf!!! Der Ort ist etwas unaufgeräumt, aber gute Kneipen.

3. Tag: Dienstag Frühstück an Land im Merhaba Restaurant - oder an Bord. Heute Kurs Ost in den Hisarönü-Golf (Burgengolf). Ziel die nach Süden einschneidende Bucht ORHANIYE im hinteren Ende des Golfes. Der Wind weht normalerweise raumschots. Der Burgengolf ist malerisch; wilde Tuffsteinfels-Landschaft mit vielen Buchten. In der Orhaniye-Bucht am Ende des Golfes gibt es zwei Möglichkeiten: entweder in der Marti-Marina mit Duschen und Toiletten einen richtigen Marinabetrieb nutzen (Restaurant-Tip Faneri. Spezialität: gefüllte Tintenfische und Shrimps in Knoblauchsauce).

Oder etwas tiefer in der Bucht ein Holzanleger mit dem türkischem Restaurant KADIR (zahlreiche sehr gute Vorspeisen) und etwas primitiver Dusche. Frühstück in beiden Restaurants. Absolut sicherer Platz bei allen Winden. Siehe ebenfalls Kneipentörn rund Marmaris.

4. Tag: Mittwoch Tagesziel die Bucht von DIRSEK, eine nach allen Seiten gut geschützte Bucht mit einer kleinen sauberen Taverne in ihrem Scheitel. Betonanleger, an dem man bequem festmachen kann. Mittags legen hier manchmal Ausflugsschiffe an, nachts ist man aber meist mit den Wirtsleuten alleine. Siehe auch Kneipentörn rund Marmaris in der YACHT 15/2003

Alternative: Simi. Die griechische Insel ist in jedem Fall besuchenswert mit besonderem Charme. Italienisches Flair und griechisches Ambiente. Keine Einreisesteuer mehr - klick. Aber viele Tavernen, hübsche Geschäfte und auf jeden Fall ein Highlight.

5. Tag: Donnerstag Tagesziel Bozburun. Liegt gegenüber von Simi an der türkischen Küste im Sömbeki Golf. Also aus dem Hisarönügolf um das Kap Boz Burnu mit der vorgelagerten (manchmal nicht betonnten) Untiefe Atabol Kayasi herumsteuern und dann nach Südosten in Richtung Kizil Ada (Mädcheninsel) segeln. Nach der Rundung des Südecks der Insel geht es genau nordwärts in Richtung Bozburun Hafen. Mehr: Bozburun.

6. Tag: Freitag Zurück nach Marmaris durch den Rhodoskanal und in die Bucht von Marmaris.
Gute Reise, Mast- und Schotbruch

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Empfehlung 3:
Drei Wochen Bodrum - Marmaris - Bodrum

Grundsätzlich voraus: Von Mitte Juni bis Mitte September kommt der Wind meist aus nördlichen bis nordwestlichen Richtungen, manchmal auch aus Westen; seltener aus Nordosten und so gut wie nie aus Süden.
Ab Ende September muss auch schon mal mit anderen Winden, insbesonderes aus Südost (Lodos) bis Südwest gerechnet werden. Dann sind die meisten der sommersicheren Buchten (die von NW bis NE Schutz bieten) unsicher und unbedingt zu verlassen und gegen eine von SE bis SW sichere Bucht zu tauschen.
Diese liegen an den Südküsten des Hisarönü-Golfs (Orhaniye bzw. Keci Bükü, Selimiye, Dirsek, Bozburun) und des Gökova-Golfes (Mersincik, Körmen, Cati, Tuzla, Löngöz, English Limani und Karacasögüt). Außerdem die kleine Nordbucht der Orakadasi am Eingang des Gökovagolfes und der Hafen Palamut an der Südseite der Datca Halbinsel. Sicheren Schutz bietet auch die Südküste des Güllük-Golfes (Gündogan, Gölköy, Torba und Güllük).

Mein Vorschlag für einen ausgewogenen Dreiwochen-Törn nach dem Motto "strammes Segeln mit vielen Buchten und Baden" folgt der Strategie zunächst in etwas längeren Schlägen nach Marmaris und dann in kleinen bis mittleren Etappen durch alle Golfe und Buchten zurück.

1. Tag/Sonntag
Wenn man erst am Nachmittag aus Bodrum weg kommt, ist der erste brauchbare Ankerplatz westlich der Küste folgend Bitez. Hier kann man frei auf 6 Metern ankern. Genügend Kette stecken - der Grund ist krautig und hält nicht besonders gut. Auf den Schwojkreis achten. Am Ufer gibt es zahlreiche Restaurants zur freien Wahl. Die Steganlange im Südteil der Bucht ist meist von einheimsichen Booten belegt.

Alternativ auf Kurs nach Westen zum Eck der Bodrum Halbinsel kommt auch Aspat Koyu in Betracht. Achtung vor dem flachen Steinriff südöstlich vor der Bucht. Auch in Aspat ankert man frei auf 6 - 8 Metern. Nicht am Holzsteg anlegen, der für Ausflugsboote vorbehalten ist. Landgang mit dem Dingi. Zahlreiche Restaurants. Empfehlenswert Mahmut'un Yeri, Spezialität Çibörek.Bei beiden Plätzen muss das Wetter auf "Nord" stehen. Bei südlichen Winden, insbesondere beim Frühjahrs- oder Herbst-Lodos (Südost) sind Bitez und Aspat Koyu unsicher!

2. Tag/ Montag
Der Kurs geht nach Süd an der SE-Ecke von Kos vorbei Richtung KNIDOS, 25 sm südwestlich von Bodrum. Man überquert die breite Einfahrt in den Golf von Gökova, den Naturschutzpark mit vielen verlockenden Zielen, die für den Schluss des Törns bleiben. Am Spätnachmittag umrundet man das hohe Kap mit dem Leuchtturm von Knidos, ein letzter Blick auf das achteraus liegende Kos, dann schlüpft man um die antike Mole in den alten Hafen. Achtung: möglichst an der Backbordseite der Einfahrt einsteuern, an der Steuerbordseite liegen versunkene Molensteine eine unter Wasser.

Achtung beim Anlaufen des antiken Hafens: schmale Einfahrt ohne Beleuchtung; rechts und links ragen Unterwasserfelsen in die Fahrrinne. Exakt nach Karte Einsteuern. Drinnen mit viel Kette ankern (schlechter Grund). Abendessen in der einzigen Kneipe am Ufer (die 2003 geschlossen blieb; was 2004 sein wird bleibt abzuwarten). Sehr eindrucksvoller Ort. Hier stand die weltberühmte Aphrodite von Knidos (nackt). Leider verschwunden; Kopie im Louvre in Paris.

Wenn Knidos wegen Wetter oder aus anderen Gründen nicht zuerreichen ist, würde ich Palamut anlaufen. Palamut ist bei Süd oder Südost geschützt. Achtung: Die Sandbarre in der Einfahrt liegt nach wie vor auf der rechten Seite. Man halte sich also mehr in der Mitte bis links zur Aussenmole, sonst läuft man auf!!! Der Ort ist etwas unaufgeräumt, aber gute Kneipen.

3. Tag/Dienstag
Nicht zu spät aufstehen, eine Runde um's Schiff schwimmen und dann (nach einem kurzen Frühstück) zeitig aufbrechen. Auch wenn noch kein Windhauch zu spüren ist: er kommt bestimmt. Die Strecke ist lang, das Tagesziel liegt in Sichtweite von Rhodos und heißt Bozukkale, auf deutsch "kaputte Burg".

Kurs absetzen auf die Südwestecke von Simi (griechische Insel). Zunächst so lange motoren, bis der Wind das Schiff zu fassen bekommt. An manchen Nachmittagen kann es westlich von Simi ohne weiteres mit 7 Beaufort wehen. Dann hat der Rudergänger alle Hände voll zu tun. Bei Annäherung an Simi segelt man ein Stück der Tagesetappe in europäischen Gewässern. Deshalb die türkische Gastlandflagge gegen die griechische austauschen. Von den vorgelagerten kleinen Inseln westlich von Simi gut freihalten; sie sind flach und an dunstigen Tagen nicht leicht auszumachen.
Kurs halten auf die Passage zwischen dem hochaufragenden Südkap von Simi und der etwas niedrigeren Insel Seskli und auf die Durchfahrt zuzusteuern. Der Wind beschleunigt in der Düse und man kommt noch ein Stück besser voran. Vorher rechtzeitig die Segel verkleinern.

BOZUKKALE (griech. Name Aplotheka) liegt auf der türkischen Festlandecke östlich der Passage. Die Einfahrt ist erst zu erkennen, wenn man kurz davor steht: eine kyklopische Steinmauer dient als Orientierungshilfe. In der Bucht hält man auf die Mitte der Westseite zu. Dort gibt es einen Holzsteg mit Murings und die urigste (aber nicht billige) "Spelunke" der Gegend: Çoban Ali Restoran. Sieht bei Tageslicht etwas abweisend aus; sitzt man aber einmal unter den Weinranken, ist es sehr urig. Vorher unbedingt die Preise aushandeln!! Es gab schon Beschwerden. Man bedenke aber, dass alles mit dem Boot oder Esel weit über die Berge herangeschafft werden muss. Es gibt tagesfrischen Fisch, einfach und gut, selbstgebackenes Fladenbrot und einige, wenige Vorspeisen und Wein (Villa Doluca), Bier (Efes oder Tuborg), Raki. Versuch der Frauen, bei Geigenmusik und Trommelgewumm, noch ein paar Extralira mit Tüchern, Bändern, Mandeln, Thymianhonig und Basilikum aus den Bergen zu verdienen. Hier ist noch ein Stück Ur-Türkei zu entdecken.

4. Tag/Mittwoch
Tagesziel ist Marmaris bzw. die Bucht von Marmaris. Wieder geht es früh los - zuerst unter Motor. Mit einsetzendem Westwind segelt man direkt vor dem Wind, bis am Nachmittag das Kap Kadirga auftaucht, die Eckmarke für die Einfahrt in die Bucht von Marmaris.
Die Passage zwischen Keci Adasi (Ziegeninsel) und Yildiz Adasi (Sterneninsel) hat ihre Tücken: der Wind weht meist genau vierkant heraus und verlangt vom gegenankreuzenden Segler nicht nur gereffte Segel, sondern auch hohe Aufmerksamkeit, da es hier manchmal zugeht wie in einer Großstadt zur Rush-hour.

In der Netsel-Marina wird Platz angewiesen (Vorsicht beim Einparken in den engen "Straßen" und Lücken. Ggf. rückwärts einfahren. Nicht ankern, der Dingifahrer übergibt eine Muringleine. Alternative ist die neue Marmaris Yacht Marina. Die Marina liegt auf dem schmalen Isthmus im Süden der Bucht. Mit insgesamt 140.000 m2 Landfläche ist das Gelände grösser als die Netsel Marina. Hier steht der grösste Travellift des Östlichen Mittelmeeres mit 330 t, sowie ein kleinerer mit 70 t. 750 Yachten können im Wasser an Schwimmstegen liegen. Ankommende Yachten werden von zwei Marinabooten vor der Einfahrt empfangen und zum Liegeplatz begleitet. Die Werft-Marina versteht sich als Full-Service-Betrieb.

Eine Alternative ist die PUPA-Marina in der Südostecke der Marmaris Bay. Dort gibt es einen Steg, einen Strand, ein ansprechendes Restaurant. Ahmet, der junge deutschsprechende Manager der Yachtstation hilft mit Rat und Tat. Liegegebühren. Minibus-Verbindung ins 5 km entfernte Marmaris. Der Platz ist angenehm still und kühl, im Gegensatz zum oft sehr lauten und warmen Marmaris.

5. Tag/Donnerstag
Nach Einkauf und Bummel segeln wir zum Kap Kadirga, dem äußeren Einfahrtskap in die Marmarisbucht. Dort liegt direkt neben dem Kap die Çaycagiz Bucht, die nach West einschneidet. Man kann an verschiedenen Stellen der Bucht mit viel Kette und Landleine festmachen, aber nicht frei schwojen, da sehr tief. Sehr schöner Platz. Nicht geeignet bei SE.

6. Tag/Freitag
Heute muss bis Serçe-Limani gekreuzt werden, der Spatzenbucht, kurz vor Karaburun, da es keine andere gute Bucht an der Küste im Rhodoskanal gibt. Nach dem Passieren von Kap Kadirga etwa 6 - 8 Meilen Kurs Richtung Rhodos halten, um von der Küste mit den hohen Bergen wegzukommen (Fallböen) und dann Kurs Südwest gegen den normalerweise gegen Mittag einsetzenden Südwestwind im Kanal zwischen türkischer Küste und Rhodos aufkreuzen. Manchmal rauhe See, wenn der Wind kräftig bläst, da der Strom dagegen steht.

Serçe-Limani liegt ca eineinhalb sm nordöstlich von Bozukkale. Die Einfahrt ist schmal und führt durch ein hohes Felsentor. Ich empfehle, im rechten Einschnitt, da wo die Felsen eine Ausbuchtung machen, den Anker in der Mitte auf 15 Meter zu legen und ausreichend Kette zu geben. Eine Landleine würde ich nicht ausbringen, da nachts der Wind aus allen Richtungen von den Bergen herunterfauchen kann und es dann besser ist, wenn das Schiff frei schwojen kann und nicht seitlichem Winddruck ausgesetzt ist. Wichtig: den Anker mit kräftiger Rückwärtsfahrt in den Grund einziehen, damit er hält, wenn es drückt. Im Scheitel der Bucht gibt es eine Taverne. Alternativ kann man auch am neuen Schwimmsteg im linken südlichen Einschnitt festmachen; der Steg gehört zum 2003 eröffneten Ararat Restaurant eines Istanbuler Teppichhändlers. Nach dem Essen wird man zur Teppichpräsentation in das stattliche Holzhaus neben dem Restaurant gebeten...

7. Tag/Samstag
Heute ein kurzer Schlag um die "Ecke" nach Bozburun im Sömbeki Golf.
Also aus dem Hisarönügolf um das Kap Boz Burnu mit der vorgelagerten (manchmal nicht betonnten) Untiefe Atabol Kayasi Wir umrunden das Kap Kara Burun, steuern nach Nord und halten dann nach Nordosten in den Sömbeki Golf auf die Südspitze der Insel Kizil Ada (Mädcheninsel) zu. Nach der Rundung des Südkaps steuern wir genau nordwärts in Richtung Bozburun Hafen. Mehr: Bozburun

8. Tag/Sonntag
Einen Tag auf der Ostseite von Kizil Adasi im Kanal zur Kiseli Adasi zum Baden und Ausruhen ankern (Landleine zur Inselküste an die Felsen - Achtung: nahe der Spitze wird es sehr flach!). Dort kann man auch über Nacht liegen, wenn das Wetter mitmacht. Auf Kiseli Adasi byzantische Kirchen- und Gebäuderuinen.

9. Tag/Montag
Auf gleichem Weg wieder aus der Bucht von Bozburun auslaufen und Richtung Nordwest halten auf das Kap Atabol Burun. Achtung: dort liegt 600 m in SW vom Kap eine Untiefe mit gefährlichen Felsen. Manchmal ist die Boje vertrieben!! Deshalb nach West ausholen, und das Kap weit umrunden.

Ab hier Segeln in den Hisarönü Golf nach NW bis tief in den Golf nach Keci Bükü (auch Orhaniye), einer tief nach SE einschneidenden Bucht.

Der Wind weht normalerweise raumschots. Der Burgengolf ist malerisch; wilde Tuffsteinfels-Landschaft mit vielen Buchten. In der Orhaniye-Bucht am Ende des Golfes gibt es zwei Möglichkeiten: entweder in der Marti-Marina mit Duschen und Toiletten einen richtigen Marinabetrieb nutzen (Restaurant-Tip Faneri. Spezialität: gefüllte Tintenfische und Shrimps in Knoblauchsauce).

Oder etwas tiefer in der Bucht ein Holzanleger mit dem türkischem Restaurant KADIR (zahlreiche sehr gute Vorspeisen) und etwas primitiver Dusche. Frühstück in beiden Restaurants. Absolut sicherer Platz bei allen Winden. Siehe ebenfalls Kneipentörn rund Marmaris.

Man kann von diesem Platz einen herrlichen Ausflug zu den Wasserfällen machen.

10. Tag/Dienstag
Bei sicherem Wetter gegenüber von Keci Bükü unter den Tuffsteinfelsen in einer der zahlreichen Buchten ankern (Landleine), schwimmen und einen schönen Badetag einlegen.

11. Tag/Mittwoch
Heute kreuzen wir nach Datça oder - wenn der Wind zu stark sein sollte - bis Kuruca Bükü auf halbem Weg.
In Datça an der Pier festmachen und alle Einkaufsmöglichkeiten nutzen. Gute Restaurants direkt am Hafen. Bei SE den Hafen verlassen, entweder in Richtung
Palamut oder Dirsek Bükü.
Eine Alternative ist auch die urige Bucht Kargi, einige Meilen südlich von Datç
a. Hier ankert man frei vor dem Strand. Restaurant am Ufer. Bei SE gilt das gleiche wie für Datça.

12. Tag/Donnerstag
Bei wenig Wind bis zum Kap Ince Burun motoren. Dort kann man eine Badepause im tiefen hinteren Winkel der Kap-Nase einlegen. Sehr schön zum Schnorcheln.

Weiter nach Westen gegen den Wind aufkreuzen bis Palamut (bei unruhigem SE-Wetter). Palamut ist bei Süd oder Südost geschützt. Achtung: Die Sandbarre in der Einfahrt liegt nach wie vor auf der rechten Seite. Man halte sich also mehr in der Mitte bis links zur Aussenmole, sonst läuft man auf!!! Der Ort ist etwas unaufgeräumt, aber gute Kneipen.

Bei ruhigem Wetter ist die Echobucht südlich von Palamut ein schönerer Platz. Es ist ein Einschnitt nach Westen unter hohem Berghang. Hier muss man eine Landleine zum NW-Ufer ausbringen .... viel Kette stecken!! Sehr einsam, manchmal etwas Schwell; gut zum Baden und Schnorcheln.

13. Tag/Freitag
Je nach Wind und Wetter nochmal Knidos. Oder, wenn es ruhig ist, gleich rund Knidos nach Mersincik segeln. Achtung: Vor Knidos kann manchmal eine rauhe See stehen, wenn der Wind von Kos herunterfegt und die Strömung gegenan steht. Bei rauhem Wetter lieber in Knidos abwarten, bis der Wind am nächsten Morgen nachgelassen hat. Mersincik ist die erste Bucht, wenn man an deer Südküste in den Golf hinein segelt. Man umfährt die Inseln Akcali und Mersincik nördlich und findet gleich hinter dem Kap die kleine Bucht. Viel Kette legen und mit Landleine festmachen. Viel Kette deshalb, weil nachts manchmal ein kräftiger Fallwind weht. Sehr schöner Bade- und Schnorchelplatz.

14. Tag/Montag
Bei ruhigem Wetter tief in den Golf hineinsegeln. Bei unruhigem Wetter bis Körmen (Schutzhafen).
Tief in den Golf heißt bis English Limani (Degirmen Bükü). Dort am Steg von Kaptans Place festmachen (viel Kette, da sehr tief) und Wasser nehmen und gut essen. Bei SE frei ganz hinten in der Bucht ankern oder Landleine nach SE.

15. Tag/Dienstag
Die Kleopatra Insel (Sehir Adalari) ist jetzt im Oktober ein nicht mehr so überlaufener touristischer Platz. Hier gibt es den einzigem Korallensand im Mittelmeer. Angeblich hat ihn Mark Anton für Kleopatra aus dem Roten Meer herbeigeschafft. Einsteuerung von Süd um die Insel herum und ankern in der Bucht südlich der Schlangeninsel. Ankerwache an Bord lassen. Crew mit Dingi übersetzen. Kostet Eintritt. Einige Ruinen, z. B. antikes Theater etc. Achtung: Schlangen. Nicht über Nacht bleiben. Auslaufen über gleichen Weg südlich der Insel.

Ziel Karacasögüt. Guter Schutzplatz bei allen Winden. Anlegen am rechten Steg unter den Bäumen. Viel Kette, da sehr tief. Holzschiff-Designer Jürgen Naurath von der PEGANDA (ganz rechts am äußeren Stegende) hilft mit Rat und Tat. Der Steg wird von der Gemeinde verwaltet und man muss Liegegeld bezahlen. Dafür bekommt man Strom und Wasser. Wer typisch essen will, kann mit einem Taxi zum Çinar-Restaurant (ca 15 km) fahren: klick.

Der zweite Steg ist eine Sommer-Marina; Betreuung nicht mehr durch die Setur Marina Gruppe, sondern seit Sommer 2003 durch die Marti Marina in Orhaniye. Wasser, Elektrik, Duschen, Restaurant, Supermarkt.Restaurant am Ufer wurde leider platt gemacht. Aber im Restaurant, das zum Marti Marina Steg gehört, kann man zu Abend essen. Zum Marina-Steg gehört ein Supermarkt. An beiden Stegen Liegegebühren.

16. Tag/Mittwoch
Unter Umständen strammes Kreuzen gegen den vorherrschenden Westwind. Deshalb nicht zu spät aufbrechen, da der Wind am Nachmittag zunimmt. Tagesziel ist Çökertme, westlich des hohen Schornsteins.

Bei Ibrahim in Çökertme trifft man im Hochsommer manchmal bis zu zwanzig Gulets und Yachten - der Oberfilou des Golfes ist immer einen Besuch wert. Çökertme heisst der Platz oder auch Fesliyen, Lage 37° 00,3 N 27° 47,5 E. Man macht mit Hilfe der freundlichen Ibrahim-Helfer an den Felswänden fest. Auch hier ist es wichtig genügend Kette zu stecken, da es tief ist. 30 Meter sind viel zu wenig, minimum 80, wenn nicht mehr! Eine Juli-Crew hat hier zu wenig Kette gesteckt und lag mit der INSIDER zu dicht an der Wand. Folge: Ruderhacke am Felsen demoliert.

Bei Einbruch der Dunkelheit werden die Yachties von Ibrahims Söhnen mit dem Tuckerboot abgeholt und zum Pistolentanz und Wasserpfeiferauchen in den Restaurantgarten gebracht (ab Mai bis Ende September). Es gibt Fisch oder Hühnchen aus dem gemauerten Ofen. Einfach, aber gut. Meist geht die Stimmung hoch. Vor allem wenn Ibrahim sich in seine alte osmanische Soldatenuniform schmeisst, zur Dorfmusik tanzt, mit Platzpatronen in die Luft schiesst und der jüngste Sohn ein gackerndes Huhn vom Dach des Hauses auf die Gesellschaft herunterflattern lässt. Zum Frühstück bringt Ibrahim auf Wunsch frisches Brot und Melonen zur Yacht.

Wem der Platz zu turbulent ist, der ankert gleich westlich nebenan in der Bucht Kargili. Entweder frei vor dem Strand mit genügend Abstand oder mit einer langen Leine zu einem der Olivenbäume am Strand. Wenn frei geankert wird, den Drehkreis berücksichtigen, der Wind kann auf Süd drehen! Man hört nichts anderes als Zykadenlärm und den Schrei des Esels zwischen den Olivenbäumen. Achtung: Nicht nackt baden! Die unsichtbar zwischen Johannisbrot- und Mandelbäumen arbeitenden Dorfbewohner könnten Anstoss nehmen; wir sind in einem islamischen Land. Dies gilt übrigens überall da, wo nicht absolute Einsamkeit ist.

17. Tag/Donnerstag
Morgen Abend müssen wir in Bodrum sein. Letzter Ankerplatz davor ist die Insel Orak. Hier gibt es zwei Möglichkeiten: bei ruhigem sicheren Wetter an der Ostküste den Einschnitt suchen und dort mit Landleine festmachen wie die Gulets. Oder etwas südlicher an der Felsküste. Achtung vor dem Felsriff östlich der Insel!!! Wie immer viel Kette.
Bei unsicherem Wetter die Nordbucht von Orak aufsuchen. Viel Kette und Landleine zu den Tamarisken. Sehr schöner und gegen alle Winde sicherer Platz. Einziger Nachteil: in dem Müllsammelhaus gibt es Ratten. Vielleicht aufgeschnittene Wasserflaschen über die Landleinen stülpen!

18. Tag/Freitag
Durch den Kanal zwischen der Insel Karaada und Festland kreuzen oder motoren und an den Werften vorbei auf das Kastell zu halten. Alternative: bei nicht zu heftigem Wind um Karaada westlich herum segeln.
In der Milta Bodrum Marina (frühere Karada Marina) an die Tankstelle legen und volltanken. Das Personal weist einen Liegeplatz zu. Auf die frag wieviele Tag, zwei angeben.

Dieser Plan kann so exakt vermutlich nicht eingehalten werden, gibt aber Anhaltspunkte. Wichtig ist, dass die letzten Etappen vor Törnende nicht zu lang sind. Keinesfalls den Plan umgekehrt abspulen, da die Strecke von Marmaris zurück in Langen Etappen (unter Umständen gegen Nordwind) länger dauern könnte. Keinesfalls das Kap Knidos am letzten Tag runden wollen. Manchmal kommt man da einfach nicht weg!

Das Wetter:
Im Frühjahr und Herbst sind die Wetterbedingungen an der Küste unter Umständen anders. Die hier dargestellte Route muss dann ggf. abweichend gestaltet werden, da bei Süd- bzw. Südostwind die beschriebenen Buchten keinen oder nur schlechten Schutz bieten. Mehr: klick

Und nun viel Spaß und toitoitoi

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