Der Insider

Gaidaros - Insel zwischen den Küsten
25.2.2006

Von Phytagoreion segeln wir 13 Seemeilen südwärts und erreichen Gaidaros, das auch Agathonisi genannt wird und mitten im freien Seeraum zwischen Samos, den Dodekanes-Inseln und der Mäandermündung an der türkischen Küste liegt. Die nicht sehr große Insel lockt mit einigen schönen Buchten an der Südküste. Über der Hauptbucht Georgiou liegt ein kleiner Ort mit weitem Blick in alle Richtungen. Das Besondere an dieser Insel: Sie wird immer öfter auch von Yachten aus der Türkei angelaufen. Die Papiere werden nach Auskunft von Tavernenwirt Georgios (seine Frau ist Deutsche) nicht kontrolliert. Dies kann sich jedoch jederzeit wieder ändern; die Küstenwache hat am Kai ihren Liegeplatz, und eine Polizeistation befindet sich an der Straße zum Hauptort gleich links in der Kurve.

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Der erweiterte Versorgungskai an der Ostseite der Hafenbucht misst ca 80 m Länge und hat 5-6 m Wassertiefe. Wenn keine Tragflügelboot oder keine Fähren zu erwarten sind können Yachten sogar längseits festmachen, was bei dem meist wehenden Nordwind sehr angenehm ist. Mit Buganker quer zum Wind und Heck zur Mole liegt man entschieden schlechter - viel Kette geben! Wenn genügend Platz ist, kann man auch frei schwojend ankern oder mit einer Landleine zum Westteil der Bucht verholen, wo einige neue dicke Poller installiert wurden.

Die drei Tavernen haben im allgemeinen Fisch und kleine Speisen vorrätig. Bescheidener Laden neben der Taverne an der Fischerpier. Am Vormittag bringt der Bäcker mit seinem Auto Brot vom Dorf herunter. Das Wasser am Kai ist kein Trinkwasser. Diesel mit Kanister auf der Pier; bei Georges erfragen.

Kulle und Elke von der "Le Grand Bleu" schreiben zu GAIDAROS: "Am Scheitel der Bucht direkt neben dem Strand befindet sich das Restaurant "Seagull" von Jannis und Voula Kopamaeis, die wir als ganz besonders liebenswerte Menschen kennengelert haben. Man sitzt sehr gemütlich entweder auf der Terrasse oder an einem der Tische direkt am Wasser. Die Hausspezialität sind verschiedene Stifados - besonders das Ziegenstifado ist DER Geheimtip und den langen Schlag allemal wert! Die auf der Insel freilaufenden Ziegen werden ganz langsam und sehr

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lange traditionell geschmort, das Fleisch ist superzart und schmeckt herrlich nach den mitgekochten Kräutern. Am nächsten abend ist das Oktapus-Stifado ebenso lecker. Fangfrischer Fisch ist natürlich auch im Angebot. GAIDAROS ist ein Pflichtstop auf jeder unserer kulinarischen Rundreisen! Jannis spricht perfekt deutsch und englisch, er besorgt frisches Brot, Gemüse und Getränke, an seinem PC kann man das aktuelle Wetter ansehen oder Emails abrufen. Sogar eines der schönen, neuen Zimmer kann man bei ihm mieten, wenn man vom Bordleben mal die Nase voll hat ;-) die vielen Kalorien trainieren wir ab, indem wir entweder nach Megalo Chorio (Hauptort) oder nach Micro Chorio (uriges Minidorf mit ebenso winziger Kapelle) hinaufwandern. Besonders von der kleinen Kapelle über der Bucht hat man einen wunderschönen Blick über die Insel und das azurblaue Meer. Auf dem Rückweg lockt ein eiskaltes Getränk bei Jannis, noch bevor wir uns in die klaren Fluten stürzen, mal am Strand und mal direkt vom Schiff aus. Und abends gehts wieder zu Jannis, um den leeren Kalorienspeicher auf das trefflichste wieder aufzufüllen."

Bei südlichen Winden sind die Hauptbucht Georgiou und die Südostbucht Poros unbrauchbar bis gefährlich. Dann ist es besser zum ca 10 sm südwestlich liegenden Arki auszuweichen.

Ein bisschen Viehzucht, der Anbau von Getreide und neuerdings einige Pensionen ernähren die wenigen Bewohner im Hafen und in den beiden kleinen Dörfern oben. Die Fischer verkaufen ihren Fang an Tavernen, die im Sommer von den Yachten Gäste bekommen. Individualisten, die mit dem Tragflügelboot von Samos anreisen, finden hier eine beschauliche Idylle.