Der Insider



Best Place: Kargili Bük im Gökova Golf

Coldwaterbay
Ankerplatz vor der alten Steinmauer mit Blick auf die Flussmündung

Perfekter kann eine Ankerbucht kaum geschützt sein: Läuft man in den von hohen, steilen Felsen umstandenen Trichter der Kargilibük (manchmal auch Löngöz oder Kargili Koyu genannt) ein, erstirbt selbst der sommerliche Meltemi bald völlig. Die Einfahrt liegt etwa auf der Position 36°56,4’N 28°05,7’E und ist simpel, das Wasser zunächst sehr tief bis dicht unters Ufer.

Coldwaterbay

Fast wie ein kleiner Binnensee öffnet sich die Bucht. Der ersten Versuchung, tief hinein zu fahren, einfach zu ankern und so die Landleine zu sparen muss der Skipper allerdings widerstehen. Der kleine Bach trägt viel Sediment in die Bucht ein, der westliche Teil ist zu seicht für Yachten.


Spätestens wenn die Yacht die scharf nach Westen abknickende Ecke erreicht, gibt es einen der typischen „Aha“-Momente, wie sie so häufig an der türkischen Küste sind. Dichtes, sattes Grün mit Pinien und Kiefernwald rahmt diese wunderschöne Bucht ein, im Süden liegt eine von Schilf gesäumte Flussmündung, am Ufer ein verschlafenes kleines Restaurant.


Ankerplatz vor der Steinmole / Sitzplatz vor dem Restaurant

Die schönsten Plätze zum Ankern sind an der Nordseite auf Höhe einiger Mauerreste, die erst auf den zweiten Blick zu erkennen sind. Zum Ufer dort eine Landleine ausbringen. Die Anfahrt muss mit Umsicht erfolgen, der steinige Grund steigt hier dicht unter dem Ufer rasch an. Von dort führt auch ein kleiner Weg entlang zu einigen Häusern von Fischern, die hier ihre Boote liegen haben. Ist die Yacht gut vertäut, ist der idyllische Spot geradezu paradiesisch, besonders wenn draußen der Meltemi orgelt. Würziger Pinien- und Kiefernduft zieht übers Boot, das satte Grün der Bäume bildet einen schönen Kontrast zum rötlichen Fels und Lehmboden. Kein Lärm von irgendwelchen Bars, Landtouristen oder gar Verkehr. Ein echter Ruhepol im besten Sinne des Wortes.

Coldwaterbay
Vor dem Steg des Restaurants liegt eine Gulet. Die Sandbank ist gut zu erkennen bei Sonne und markiert.

Wer keine Lust zum Kochen hat, oder auf einen Tee an Land möchte, kann alternativ am Südufer am Kopf des Holzsteg des einfachen Restaurant festmachen. Mit Buganker und Heckleine zum Steg können Yachten hier liegen. Die Tiefe liegt bei etwa 2,5 bis 3 Metern. Die Kante der vom Fluss aufgeschwemmten Sandbank, die sich um die Mündung zieht, ist mit Holzpfählen gekennzeichnet, zeichnet sich aber auch als braune Kontur im Wasser bei Sonne erkennbar ab.

Das Restaurant betreiben Ali und Eli, es ist noch eins der ursprünglichen, einfachen, ohne viel modischen Schnickschnack. Es gibt Vorspeisen und gute Grillgerichte. Allerdings war es bei unserem letzten Besuch 2013 noch in der ersten Juni-Woche geschlossen. Vielleicht kommen in Vor- und Nachsaison zu wenig Besucher, vielleicht haben die Behörden aber auch ein Machtwort gesprochen. Bei solch kleinen Busch-Restaurants ist das eben das Risiko: Es ist nie so recht sicher, ob sie im nächsten Jahr noch existieren.

Udo Hinnerkopf berichtet, dass im Herbst bei Windstille nachts leichter Nebel aus dem Flussdelta am Südufer aufsteigt und dem Platz eine verwunschene, einmalige Atmosphäre verleiht. Und war das noch nicht vergönnt, aber vielleicht ist es einen Versuch wert....



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