Der Insider

Fischrestaurants direkt am Wasser

FischrestaurantsAn der Westküste der Bodrum Halbinsel gegenüber von Kalymnos liegt der kleine Fiischerhafen "Gemüseglück" (Achtung: Verballhornung!).


Weil die Deutschen Gümüslük nicht aussprechen können, hat Can-Peter, Oftmitsegler und Sohn des Skippers der INSIDER, den Ort in "Gemüseglück" umgetauft. Das hat mit dem kleinen antiken Hafen so wenig zu tun wie die Einwohner mit Fischfang. Der Fisch, der dekorativ vor den vielen Resturants am Abend ausgelegt wird, kommt zu 95% vom Fischmarkt aus dem 25 km entfernten Bodrum.

Der Ort, der jetzt wieder einen begrenzten Stegplatz für Yachten hat, war in antiker Zeit unter dem Namen Myndos bekannt. Auf einer Holztafel am Ufer der Hafenbucht kann man etwas über die Geschichte der kleinen Siedlung nachlesen. Demnach war der Platz schon in vorhistorischer Zeit bewohnt.

Zu Kleopatras Zeit war der Wein aus Myndos berühmt-berüchtigt: er wurde mit Salzwasser "gebessert". Einige alte Hausfundamente können am Hügel und unter Wasser besichtigt werden. Der "Hafen", der nicht viel mehr ist als eine Bucht, schützt hervorragend gegen die sommerlichen Nordwinde der Ägäis. Der Ankergrund ist tief und der Wind weht oft heftig. Man muss viel Kette stecken. Bei südlichen Winden sollte man die Bucht zu verlassen.

Gümüslük ist wegen seiner Ruhe (keine Musik), seiner zahlreichen Fischrestaurants und der erfrischenden Brise vom Meer berühmt. Der kleine antike Hafen gehört auf jeden Fall unter die Rubrik "Ankern mit natürlicher Klimanlage". Unser Restaurant ist "Fenerci", an der schmalen Stelle zwischen der Haseninsel in der Einfahrt und der Landzunge, von der aus man durch's Wasser zur Insel waten kann. Beim Einlaufen halte man sich dicht an der Haseninsel mit seinen alten Häuserresten, denn links versperrte die versunkene antike Mole den Weg. Ich ankere meist in der Mitte der Bucht zu ihrem Ende hin auf der Höhe des kleinen Betonstegs vor den Häusern. Achtung: kurz dahinter liegen antike Molensteine und es ist flach!

kleiner Laden Kirche als Galerie

(37°03,4'N 27°14,0'E): Da die Holzstege (bis auf einen) alle geschleift wurden, muss man ankern. Das Fenerci-Restaurant hat gleich rechts hinter der Einfahrt eine große Tonne ausgelegt, an der man festmachen kann (wenn sie frei ist) und mit langer Leine zu einer der Tamarisken vor dem Restaurant verholen - die freundlichen Leute vom Restaurant helfen. Klar, dass man nicht an die Tonne geht, um dann an Bord oder in einem anderen Restaurant zu essen!!!. Die in älteren Buchtenführern eingezeichnete Sperrkette quer über die Bucht existiert nicht mehr. Yachten können jetzt wieder "ganz hinten" rein, wo der beste Schutz vor dem Tagesschwell ist. Panorama: klick

Achtung: Beim Ankern muß viel Kette gesteckt werden: der Grund ist tief und schlecht. Manche Yacht ging hier bei plötzlich einsetzendem NE-Wind auf Drift, während die Crew ahnungslos bei einer Fischpfanne sass. Gefährliche antike Unterwassermolensteine: a) in der Einfahrt (Tipp: näher an die Tavsanadasi halten), da die antike Mole von links etwa 1/3 in die Einfahrt hineinragt; b) nahe des kleinen Betonanlegers nordwestlich der Moschee in der Bucht ragt ein antiker Molenstein knapp unter Wasser nach Südwesten.

Gümüslük ist nach wie vor der Ankerplatz in der Nähe von Bodrum. Der kleine Ort am antiken Hafen Myndos besteht fast nur aus Fischrestaurants. Die Atmosphäre ist traumhaft schön, vor allem am Abend, wenn die Yachten vor Anker liegen und gedämpftes Lachen von der Tischen aufs Meer hinausweht. Keine Musik! Erstaunlich wie das im Zeitalter des Diskoterrors durchgehalten wird!!! 5 Sterne für diese Bucht.