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6.3.2010


Alternativkonzept zur geplanten Blue Card-Regulierung

Situation

Die Golfe und Buchten zwischen Bodrum und Göcek-Fethiye sind in den letzten Jahren durch zunehmende Verschmutzung ins Blickfeld der verantwortlichen Behörden in Mugla und Ankara geraten. Ursache für die Verschmutzung sind vor allem die von Gulets, Tagesausflugsbooten, Fischern sowie Motor- und Segel-Yachten ins Meer entsorgten Grauwasser (nicht abbaubare Seifen-, Dusch-, Haarwasch- und Spülmittel-Rückstände).

Diese können aufgrund ihrer chemischen Zusätze im Meerwasser nicht abgebaut werden. Bisher gibt es zwar strenge Richtlinien für das Sammeln von Fäkalien in Fäkalientanks und deren Verklappung außerhalb der Buchten und Golfe auf "hoher See" – mindestens drei Meilen vor der Küste. Grauwasser werden dagegen ohne allzu strenge Richtlinien – wenn vorhanden über Tanks – oder direkt ins Meer entsorgt. Die Blue Card soll das Problem lösen

Ab 1. März 2010 sollte eine neue Blue Card-Regulierung in Kraft gesetzt werden. Diese bestimmt, dass alle Boote und Schiffe im Pilotgebiet zwischen Bodrum und Göcek-Fethiye verpflichtet sind:

- Grau- und Schwarzwassertanks mitzuführen
- diese in (den bisher nur begrenzt verfügbaren) Absaugstationen in Häfen- und Marinas absaugen zu lassen
- und die erfolgte Absaugung auf der bootseigenen Blue Card bestätigen zu lassen.

Kontrollboote der Küstenwache und der Hafenbehörden sollen die Absaugvorgänge anhand der Blue Card überprüfen und bei Verstoß (nicht rechtzeitig erfolgte Absaugung) empfindliche Geldbußen verhängen. Widerstände und Proteste der Wassersportverbände, Yachtzeitschriften, Bootseigner sowie Charteragenturen aus allen Regionen der Welt haben in den letzten Wochen beim Tourismus-Ministerium in Ankara, beim Governeur in Mugla, bei der Umweltorganisation Turmepa und bei der Seehandelskammer gegen die Adhoc-Einführung der Blue Card-Regulierung protestiert, weil

- Tanks in so kurzer Zeit nicht eingebaut werden können
- der Einbau wegen Platzmangel auf Yachten und Booten unter 15 Metern nicht möglich ist - die Absaugstationen in den Häfen und Marinas nur zum Teil fertig sind und auch nicht ausreichen - das Absaugen (wie das vergleichbare Vorgehen der Behörden an der deutschen Ostseeküste zeigt), nicht funktioniert, da die Schiffe/Boote nach spätestens zwei Tagen wieder einen Hafen anlaufen müssten, was der Grundidee einer Blauen Reise durch die vielfältige Buchtenwelt der türkischen Küste widerspricht.

Außerdem: Das Gedränge vor den Absaugstationen in den Häfen wird konfliktvolle Dichte annehmen. Mit 20, 30, 40 und mehr vor den Stationen wartenden Gulets, Motorbooten, Fischerbooten und Yachten muss gerechnet werden. Die Tagesausflugsboote kommen in Stoßzeiten des abendlichen Einlaufens und des morgendlichen Auslaufens noch dazu.

Chaos, Verärgerungen, Groll, Verbitterung und Zorn werden die Folge sein, Beschwerdebriefe wegen entgangener Urlaubsfreuden werden von Gulet- und Yachtcharterern eintreffen. Der Imageschaden für das schönste Tourismusgebiet des Mittelmeeres wird immens sein. Die Medien werden das Thema aufbauschen und (teilw. überzeichnet) publizieren.

Dass es an der Zeit ist, wirkungsvolle Maßnahmen gegen die fortschreitende Buchtenverschmutzung zu ergreifen, ist allen Beteiligten klar. Am Beispiel der Inhaltsstoffe eines Duschgels (wie es heute an Bord der Gulets und Yachten täglich verwendet wird), soll verdeutlicht werden wie wichtig es ist mit aller Entschlossenheit das Thema anzupakken.

Ein handelsübliches Duschgel besteht aus: Sodium Laureth Sulfate, Sodium Myreth Sulfate, Cocamidopropyl Betaine, PEG-6 Caprylic/Capric Glycerides, PEG-200 Hydrogenated Glyceryl Palmate, Sodium Chloride, Methylparaben, Glycol Distearate, PEG-7 Glyceryl Cocoate, Sodium Citrate, Polyquaternium-22, Hydroxypropyl GuarHydroxypropyltrimonium Chloride, Laureth-4. Ein Großteil dieser Beimischungen sind umweltuntaugliche und von Salzwasser nicht abbaubare Meereskiller.

Fazit

Der bestehende Ansatz, das Problem über zusätzliche Tanks auf allen Schiffen, Absaugstationen an Land und restriktiven Kontrollmaßnahmen mit der Blue Card zu lösen, erscheint Fachleuten aus der Branche – auch bei längerer Vorbereitungszeit – nicht realisierbar. Der hier vorgestellte alternative Ansatz dagegen geht davon aus, dass
nicht das im Fokus stehen darf, was aus den Tanks heraus kommt, sondern das, was in die Tanks hinein geht.


Ocean Clean – der alternative Konzeptansatz

Auf der BOOT in Düsseldorf wurden im Januar 2010 mit bedeutenden Firmen, die sich mit Wasseraufbereitung und Wasserentsorgung beschäftigen*), Gespräche zum Thema "Meeresverschmutzung" geführt. Alle Gesprächspartner (sowohl Chemiker als auch Marketingspezialisten) haben das Problem sofort erkannt und den Markt, der sich für neue Produktserien unter dem Arbeitstitel "Ocean Clean" ergibt, ins Visier genommen. Alle, mit denen gesprochen wurde, wollen unmittelbar mit der Entwicklung entsprechender Produkte beginnen und diese nicht nur in kleinen Packungseinheiten, sondern auch in Großgebinden für Gulets und große Yachten und Schiffe auf den Markt bringen. Vertriebspartner in der Türkei sollen gesucht werden.

*) Katadyn, Captainreents, Epifanes, Koesling, Dr. Keddo und anderen

Statt herkömmlicher Seifen, Duschgels, Schampoos und Geschirrspülmittel können – so die Aussagen dieser Firmen – neue Produkte entwickelt werden, die zu 99,9% umweltfreundliche und das Meer nicht belastende Stoffe enthalten. Der Arbeitstitel "Ocean Clean" wurde dafür gefunden.

Die Realisierung ist weniger problematisch als das Blue Card-System. Die drei wichtigsten Konzeptbausteine sind

Baustein 1: Die Weiterentwicklung des Blue-Card-Konzeptes
Baustein 2: Die Verfügbarkeit der neuen meerestauglichen Produkte
Baustein 3: Das Bewusstsein aller Beteiligten
Baustein 4: Die Kontrolle

Zu Baustein 1: Blue-Card als Dachgedanke
Die neuen meerestauglichen Produkte haben ihren konzeptionellen Ansatz im Blue-Card-System. Blue-Card ist der übergeordnete Dachbegriff, aus dem sich die Idee, “Sauberes in den Tank” abgeleitet ist. Der Kern des Blue-Card-Konzeptes wird weiter entwickelt. Statt des komplizerten Absaugen der Tanks in den Häfen, werden an Bord der Schiffe nur noch Produkte verwendet, die das Wasser in den Buchten und Golfen nicht mehr verschmutzen. Die bestehenden Absaugstationen sind deshalb aber nicht überflüssig, sondern können den Tagesausflugsbooten und Gulets zum Absaugen der Fäkalientanks angeboten werden. Im Zentrum des hier vorgestellten Konzeptansatzes steht die Entwicklung meeerestauglicher Wasch-, Spül-, und Reinigungsmittel, die 100% abbaubarer sind. Das Marktpotential ist riesig.

Zu Baustein 2: Verfügbarkeit
Um die engagierten Herstellerfirmen von der Dringlichkeit der Produktentwicklung und Marktdurchsetzung zu überzeugen, werden sie von den zuständigen Behörden und Organisatoren zu einer Konferenz nach Marmaris oder Göcek eingeladen. Während einer Exkursion auf einer Gulet durch die Buchten werden sie informiert, Problem bewusst gemacht und motiviert. Je früher dieses Treffen stattfindet, desto schneller kann mit Ergebnissen gerechnet werden. Bei dieser Exkursion sollten auch potentielle türkische Vertriebspartner dabei sein, damit Kontakte zwischen Herstellern und Vertreibern geknüpft werden können.

Zu Baustein 3: Bewusstsein
Alle Marinas an der Küste und rund um die Häfen ansässigen Ausrüster müssen gewonnen werden, sich für die Idee zu engagieren und die neuen Produkte in ihre Sortimente auf zunehmen.

Gleichzeitig müssen alle Gulet- und Yachtcharter-Agenturen und Basisstationen motiviert werden, ihre Kunden über das Blue-Card-System mit “Ocean Clean” zu informieren und das Mitbringen und die Verwendung alt hergebrachter Seifen, Schampoos, Duschgels und Spülmittel zu untersagen (siehe Baustein 4). Hilfreich sind wissenschaftliche Untersuchungsergebnisse, die aussagen, dass das Verwenden dieser Produkte nicht nur die Buchten und Golfe zerstört, sondern darüber hinaus Allergien und Hautunverträglich-keiten zur Folge hat.

Die nationalen und internationalen Wassersportzeitschriften und Magazine müssen überzeugt und motiviert werden. Als wichtige Meinungsbildner tragen sie das Thema in die Breite. Bilder und Hintergrundmaterial muss für die Berichterstattung zur Verfügung gestellt werden. Journalisten sollten zu kostenlosen Fahrten auf Gulets und Yachten eingeladen werden, verbunden mit dem Appell “Ocean Clean” zu thematisieren und über die Fortschritte zu berichten.

Weitere Maßnahmen sind zu finden und durchzusetzen. Ein Büro für Public Relations sollte alle Blue-Card-Maßnahmen in der Öffentlichkeit koordinieren. Die Türkei wird mit diesen Aktivitäten zum Vorreiter für umweltbewussten Umgang mit den bestehenden Meeresressourcen – mit positiven Auswirkungen auf das Image als beispielhaftes Urlaubsland. Das Problem durch Abwässer verschmutzer Wassersportreviere gibt es nicht nur in der Ägäis, sondern in allen Revieren der Welt.

Zu Baustein 4: Kontrolle
Die Maßnahmen können allerdings nur dann greifen, wenn strenge Kontrollen die Einführung flankieren. Die Mannschaften auf den Schiffen, die Kapitäne und Skipper sowie deren Gäste, werden nur dann den Appellen folgen, wenn – wie beim Rauchverbot – immer wieder Stichprobenkontrollen durchgeführt und bei Nichtbefolgung empfindliche Strafen verhängt werden. Hier müssen die Behörden an die Vernunft einerseits appellieren, und andererseits bei denjenigen, die den Vorschriften nicht folgen, mit hohen Geldbußen restriktiv durchgreifen.



Zur Durchsetzung muss eine "Ocean Clean-Polizei" etabliert werden, die jederzeit überall unerwartet an Bord der Schiffe und Boote kommt, und in der Pantry und in den Kabinen/Toilettenräumen nach herkömmlichen Spülmitteln, Seifen, Schampoos und Duschgels sucht. Wird ein Stück, eine Flasche, eine Tube gefunden, zahlt der Kapitän eine schmerzhafte Strafe. Er ist dafür verantwortlich, dass keine traditionellen Wasch- und Duschmittel etc. an Bord verwendet werden. Durch unermüdliche Stichprobenkontrollen wird sichergestellt, dass die "Ocean Clean"-Maßnahmen greifen, und die Buchten und Golfe wieder sauber werden und in Zukunft bleiben. Als Vorbild kann die Durchsetzung des Rauchverbots hier in der Türkei durch strenge Kontrollen in öffentlichen Gebäuden und Büros dienen.

Augsburg, Februar 2010
Udo Hinnerkopf

Dieses Konzept in englischer, türkischer und deutscher Übersetzung als PDF

Kommentar dazu:



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Oceanclean

Walter Stünzi, 12.12.2011
Die unklaren Verhältnisse bereiten mir Sorgen. Es kann nicht sein, dass unsere Reisen dauernd von schlechtem Gewissen begleitet werden. Ich bereise seit 20 Jahren die Ägäis und verhalte mich mit den Crews so gut es geht umweltbewusst. Ich unterstütze den Ansatz mit den meertauglichen Mitteln sehr, andere sollten überhaupt nicht mehr erhältlich sein.


Suat Çöl, 02.12.2001
Der Vorschlag auf biologisch abbaubare Produkte umzustellen ist sicherlich die Sinnvollste. Das Umweltbewusstsein insbesondere der deutschen Segler ist sehr ausgeprägt und dürfte kein Problem darstellen. Ich bin nicht im Stande zu beurteilen, wie es bei meinen Landsleuten als Yachties aussieht und habe da etwas Bedenken, wenn diese stark zunehmende Anzahl sich so verantwortungslos verhält wie Eigner oder Kapitäne der Gulets. (Hoffe meinen Landsleuten kein Unrecht anzutun).

Hannes Huber, 01.12.2011
Den Ansatz zur Problemlösung mit so einer Produktserie finde ich auch sehr gut. Ein weiterer wäre: Muss man jeden Tag oder gar 2 - 3 Mal duschen? Meine Erfahrung als Vielsegler ist: wenn man den ganzen Tag auf See war und nicht undbedingt ganze Zöpfe von Zwiebel und Knoblauch gegessen hat, stinkt man eigentlich nicht übermässig oder gar nicht, next ist: einfach ein paar Runden schwimmen in der schönen Bucht in der man ankert, ein bisschen abspülen mit der Borddusche und fertig.

Steward Leitner, 24.11.2011
Das Übel sind nicht die Jachties, bei denen kann man über Info-Mappen an Bord einwirken. Wir reden hier von 4 - 8 Crewmitgliedern pro Einheit. Bei den Gulets mit bis zu 20 Gästen und Vollpension, den Fischerbooten und den Tagesausflugsschiffen sieht das schon anders aus. Beginnt man mit diesen Einheiten sind glaube ich 70% der Emission beseitigt. Für den Rest der Emissionäre wird dann schon etwas gefunden werden.

Hans Zutter, 13.02.2011
In der Bucht von Kalkan wurde im Sommer 2010 von der Coast Gard bei jeder Gulet Wasserproben genommen. Was bei den anschließenden Diskussionen rauskam weiß ich nicht. Aber das Ergebnis war sichtbar, trotz der vielen Yachten und Gulets in der Bucht glasklares Wasser. Fazit: Kontrolle und Aufsicht ist alles!! Gruß und ein Ahoi mit vielem Dank für ihre Beiträge SY Happy Future

Bernd Munzert, 12.9.2010
In der Netsel-Marina Marmaris werden bei Vertragsverlängerungen die ersten Blue Cards – zunächst noch kostenlos – ausgegeben. Die erste "Absaugmaschine" steht - noch neu und unbenutzt - in der Marina. Mal sehen, wie sich das entwickelt.

Dr. Keddo, 21.6.2010
Auch wenn unsere Reaktion erst fünf Monate nach der Bootsmesse in Düsseldorf kommt, können wir Ihnen mitteilen, dass wir ein Produkt auf der Grundbasis 100% nachwachsende Rohstoffe entwickelt haben. Wir benötigen noch eine gewisse Zeit bis wir unsere Untersuchungen abgeschlossen haben, jedoch spätestens bis zur nächsten Bootsmesse 2011 in Düsseldorf.
Das neue Produkt ist bewusst duft- und emulgatorfrei bzw. nur nach Wunsch mit natürlichen Rosenblätterduft lieferbar, extrem hautfreundlich, sehr, sehr schaumarm und vor allem biologisch extrem leicht abbaubar. Das größte Problem, das wir erwarten, ist die Macht der Gewohnheit, nach dem Motto: was nicht riecht, taugt auch nicht. Wir hoffen mit dieser Entwicklung einen positiven Beitrag für die Umwelt und für die Menschen zu leisten. Mit freundlichen Grüßen Dr. Keddo

Max Frisch, 13.4.2010
Immerhin unternehmen die "Gastgeber" als einzige im Mittelmeer etwas gegen die Naturzertörung und Verschmutzung, auch wenn die Bestimmungen nicht von allen eingehalten werden... schwarze Schafe gibt es überall. Schon vor 20 Jahren haben sie die Fäkalientankpflicht eingeführt, wovon andere Mittelmeeranrainer noch meilenweit entfernt sind. Peter, denk mal darüber nach, bevor Du mit dem Finger auf die anderen zeigst...


Peter Senf, 13.4.2010
Das ist wie mit den Festmacherketten an den Bäumen: Die Gäste (Touristen) reden sich die Köpfe heiß, haben Verständnis, sie sind ja auch betroffen von der Schönheit oder Verunreinigung - aber die Gastgeber scheren sich kaum darum. Siehe Mauerbucht - mein letzter Tavernenbesuch 2009 - die Stege sind immer noch mit Ketten für jeden Besucher demonstrativ - an den Bäumen befestigt ! Ich habe noch nie meinen Tank in einer Bucht entleert - die Gulets scheren sich (bisher) kaum darum!

Helmut Haas, 24.3.2010
Wir haben uns bereits für die Küche und das Meeresbad ein solches Kombiprodukt gekauft. Wenn die Behörden allerdings in die Kulturbeutel gehen, werden sie sicher etwas finden. Man hat ja auch für die Landbesuche möglicherweise Produkte dabei. Auch befürchte ich, dass Übersetzungsprobleme auftauchen werden. Zu der Belastung des Wassers gehört übrigens auch Sonnencreme!

Reinhard Loydl, 22.3.2010
Das Alternativkonzept ist naheliegend, einfach und logisch. Es ist viel besser, die Ursachen des Problems zu bekämpfen statt die Auswirkungen. Umweltfreundliche Mittel müssten auch nicht teurer sein als klassische; wo steht geschrieben, dass diese nur auf Schiffen verwendet werden? Umweltfreundlichkeit ist auch für Landhaushalte ein gutes Argument. Und wenn die Preise in üblichen Regionen liegen, wird wohl kaum irgend jemand noch zu den "bösen" Produkten greifen. Gruß Reinhard (www.cocodemer.de)

Martina Morks, 22.3.2010
Die Entwicklung und Einführung von umweltschonenden Reinigungs- und Hygieneartikeln ist mehr als überfällig. Jeder, auch Taucher und Schnorchler, wird hiervon profitieren. Mittlerweile sieht man unter Wasser immer weniger - da das Wasser immer trüber und die Fische, Pflanzen etc. wengiger werden. Aber auch die weltweite Verpflichtung zu Abwassertanks in Yachten sollte weiterhin forciert werden. Noch immer ist es weit verbreitet die Abwässer direkt zu entsorgen. Udo mach weiter so! Gruß Martina

Edi Rohner, 22.3.2010
Meerestaugliche Spül-, Wasch- und Duschmittel kann ich nur unterstützen. Aber wie steht es mit dem Waschen der Schiffe in Häfen und Marinas? Da hilft die beste Abpumpstation nichts. Oder sollen nur die Buchten geschützt werden? Das kann's wohl nicht sein. Die Entwicklung von meerestauglichen Waschmitteln muss auch auf die Schiffspflegemittel ausgeweitet werden.

Jörg Disch, 21.3.2010
Herzlichen Dank für den Einsatz für sauberes Wasser in unserem Lieblingsrevier. Ich werde Deinen Artikel in jeder Kabine bei auf unserem Schiff auslegen und alle Chartergäste schon im voraus über umweltfreundliches Verhalten informieren! Ich hoffe, dass die Yacht und andere Segelmagazine auch vermehrt dieses Thema aufnehmen. Danke für die Auskunft. Werde sofort umstellen.

Wilfried Peters, 8.3.2010
Danke für die Möglichkeit meine vollste Zustimmung zu geeigneten Initiativen wie "OceanClean", die Umweltbelastungen in der Entstehungsphase zu minimieren. Jedoch ohne gesetzliche Regelung für Grauwasserentsorgung und zwingend vorgeschriebene Holding-Tanks in ALLEN Yachten & Schiffen (auch gewerblich genutzte) wird's aber trotzdem nicht funktionieren: Eile geboten!

Bernd Summerer, 8.3.2010
Alles richtig und wahr. Jedoch, ich lese "Polizei", "Gesetze" und "Strafen". Die Sauerei fängt doch in den Häfen und bei den Guletausflügen schon an. Zahlenmäßig wäre hier mit rigorosen Maßnahmen mehr erreicht, als mit der Kontrolle einsamer Yachten auf dem weiten Meer! Neue Produktentwicklungen und Kontrollen durch die Hafenmeistereien fände ich besser. Bei und finden die zitierten Raucher auch immer einen Weg! (Clubs).

Bernd Munzert, 7.3.2010
Hallo Udo, den Ansatz, dass auf Booten, die in den küstennahen Gewässern kreuzen, nur noch nahezu 100% abbaubare Produkte "eingelassen" werden dürfen, sollten wir alle mit Wort und vor allem Tat nachhaltig unterstützen. Bitte nutze Deine Internetseite und Deine guten Verbindungen zur türkischen maritimen Administration, dass diese Produkte schnellsten auf den Markt und somit an Bord kommen.

Elke, 7.3.2010
Genau das ist das richtige Konzept!!!! Seit Jahren verwenden wir an Bord ausschliesslich ca.98% abbaubare Produkte, z.B. Frosch, Boat Wash, Birka Marin. Neuerdings gibt es auch Produkte der Turmepa. Der Umweltschutz war uns immer die Mehrkosten wert. Allein der 4. Punkt erscheint ein wenig überzogen, da wir z.B. normales Shampoo und Duschgel für die Sanitäranlagen an Land (Marina, viele Restos) dabei haben. Überzeugung wirkt besser als Strafe!

Udo Hinnerkopf, 7.3.2010
Im Prinzip bin ich auch gegen Baustein 4. Das riecht nach totalitärem Staat und unmündigem Bürger. Aber leider müssen ja nicht nur die zum großen Teil verständnisvollen Segler angesprochen werden, sondern auch Kapitäne und Mannschaften, die mit großen Schiffen durch die Golfe und Buchten brausen. Da ist meines Erachtens ein wenig "Autobahnpolizei", die die Geschwindigkeitsbeschränkung kontrolliert und die Raser am Schlawittchen packt, angemessen. Ohne die "Aschenbecherpolizei" wäre das Rauchverbot in öffentlichen Gebäuden und geschlossenen Räumen hier in der Türkei nicht so entschieden durchzusetzen gewesen.

Rainer Grimmer, 6.3.2010
Lieber Herr Hinnerkopf, ganz sicherlich ist Ihr Ansatz - jedenfalls was die Bausteine 1 bis 3 betrifft - gut und richtig. Den Baustein 4 sehe ich jedoch äußerst kritisch, da völlig gegen die Intention (überzeugen!!) der Bausteine 1, 2 und 3. Mit Verlaub, ich bin davon überzeugt, dass bei entsprechender Öffentlichkeitsarbeit für Ihren Ansatz ein solch radikales wie totalitäres Element überhaupt nicht nötig sein würde. Letztendlich wollen wir Wassersportler doch gemeinsam unser Medium schützen.

Udo Hinnerkopf, 6.3.2010
Die Produkte werden zur Zeit entwickelt. Vielleicht hilft es und beschleunigt die Entwicklung, wenn Ihr Mails an folgende Manager-Adressen schickt, kurz die Sache erklärt (vielleicht mit einem Hinweis auf www.insidersegeln.de/Revier/Oceanclean.php) und anfragt, wann es die Produkte wo geben wird: Wolfgang Schuhmacher: info@captainreents.de, Herr Zonjee: info@epifanes.nl, Klaus Henrici: klaus.henrici@katadyn.de, Steffen Fuchs: steffen.fuchs@katadyn.de, Dr. Keddo: info@drkeddo.de, Herrn Kösling: info@koesling.de

Bernd Behlert, 6.3.2009
Lieber Udo, danke für Deinen tollen Bericht. Dieser Vorschlag ist nur zu unterstützen und ich denke auch leicht umsetzbar. Mit einem Appell an die Segler umzustellen auf "Ocean Clean" ist dies ein Anfang. Die geringen Mehrkosten sollte jeder "gerne" verschmerzen. Wir werden auf jeden Fall auf unserem Schiff umstellen und schon in dieser Saison, diese Produkte verwenden. Daher meine Bitte an Dich, nenne Produkte und Namen! Bernd & Conny SY Coco Loco

Manfred Huber, 6.3.2010
Den Ansatz find ich hervorragend. Nur wie durchsetzen? Da bräuchte es eine Organisation, die das mit engagiertem Einsatz durchzieht. Ich würde mir wünschen, dass es eine solche Organisation gäbe - aber... Vielleicht sollten wir ausländischen Skipper und Segler mit gutem Beispiel voran gehen und nur noch die meerestauglichen Spül-, Wasch- und Duschmittel verwenden. Hoffentlich gibt es die bald überall.

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