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Der Insider

Knidos gelegentlich mit Wasser und Strom

Wer hätte das gedacht: Wasser und Strom am Steg von Knidos! Vor Jahren war in der stillen Einsamkeit nichts außer einer sehr einfachen Kneipe mit wackeligen Stühlen. Nur im Sommer legten sich hier Gulets und ein paar Yachten vor Anker und hofften, dass der Wind in der Nacht nicht allzu heftig von den Bergen herunterknallt - der Ankergrund hält schlecht. Heute kann man hier an einem komfortablen Steg anlegen, Wasser bunkern und seine Batterien aufladen. Ein paar beherzte Dörfler machten es möglich. Und verlangen eine Liegegebühr je nach Yachtgröße, die sich aber im Rahmen hält für den Luxus am Steg festmachen zu können.

Im letzten Herbst berichtete Skipper Wolfgang Steinhoff knapp und bündig über das neue entstandene Restaurant, das sich heute APHRODITE RESTAURANT nennt: "Wird wieder bewirtschaftet, ist renoviert, leider nicht die Toiletten. Küche gut, Preise gehoben, Preisleistung stimmt."

In diesem Sommer wurde mehrfach berichtet, das Restaurant sei zu teuer. Wenn man allerdings die Serviceleistung Elektrizität und Wasser in die Kalkulation mit einbezieht, dann sollte das Verhältnis angemessen sein. Vom kostenlosen Liegen mal ganz abgesehen.


Bleibt zu hoffen, dass der Steg diesen Winter übersteht und im nächsten Sommer wieder so gerade und sicher ist wie in diesem Herbst. Panorama: klick

Wer nicht an den Steg geht, kann frei ankern, was aber im Sommer, wenn viele Yachten und Gulets hier liegen oft gar nicht einfach ist. Vor allem, weil der Ankergrund schlecht hält. Man muss den eigenen und den Schwenkkreis der Bootsnachbarn einkalkulieren und bei jeder Winddrehung aufmerksam sein. Bei Meltemi kommen härteste Böen über die flache Landenge! Bei Sonnenuntergang dreht der Wind auch gern auf Nord bis Nordost und kommt noch härter von den Bergen über dem antiken Theater.

Der Grund aus hartem Sand, Gras und teilweise auch Fels hält sehr schlecht. Deshalb sind Ankermanöver so lange zu wiederholen, bis der Anker wirklich fest sitzt. Mit voller Kraft rückwärts den Halt testen! Besser man wiederholt dieses Manöver am Tag so lange bis der Anker wirklich zuverlässig sitzt und sich auch bei voller Rückwärtsfahrt nicht herausziehen lässt. In stockfinsterer Nacht, wenn auch noch andere Boote durch die Bucht treiben, ist das Manövrieren entschieden gefährlich. Bei Südwind ist die Bucht ungeschützt. Dann bietet sich als nächster Ausweichplatz Mersincik um die Ecke auf der Nordseite der Datça-Halbinsel an. Oder ein Stück in Windrichtung nach Osten der kleine, aber sichere Hafen von Palamut.

Beim Anlanden mit dem Beiboot nimmt man am besten gleich die Bordkasse mit, denn für die Besichtigung der Ausgrabung muss Eintritt bezahlt werden. Der Militärposten kontrolliert nur noch in Ausnahmefällen die Schiffspapiere. Diese Aufgabe hat die Sahil Güvenlik (Küstenwache) übernommen, die öfter mal Knidos anläuft, um nach dem Rechten zu sehen. Eine inzwischen geteerte Straße führt nach Palamut und weiter nach Datça (40 km).

In der linken Ecke der Bucht sieht man das Steinhaus der Archäologen. In den Sommermonaten ist hier richtig was los. Dann leben hier junge Leute aus den archäologischen Instituten in Ankara und Istanbul und graben in den Hängen. Diesen Sommer haben sie die Säulen hinter dem Restaurant aufgestellt.

Knidos war im vierten Jahrhunderts v. Chr. als Kunst- und Kulturzentrum bekannt und besass zwei Häfen: Einen nordwestlich des Isthmus, der sogenannte Kriegshafen. Und einen südöstlich des Isthmus, den wir heute noch anlaufen und der als Handelshafen bekannt war. Die Knider konnten je nach Windrichtung, die Schiffe in den einen oder anderen Hafen legen und waren jeweils bestens geschützt.

Knidos war terrassenförmig am Berghang erbaut. Einen phantastischen Blick über die alte Stadt hat, wer entlang der noch sehr gut erhaltenen Stadtmauer bis zur 284 m hochgelegenen Akropolis steigt.

Westlich der Stadtmauer, etwa 40 m hoch gelegen, findet man die Ruinen eines Tempels, der der Göttin Aphrodite geweiht war. Die berühmte Statue des Praxitiles ist leider verschwunden; im Louvre in Paris steht ein Kopie, bei der allerdings nicht sicher ist, ob sie die aus Knidos ist. Der mit Arkaden versehene Gang wurde aus weißem Marmor in herzförmigen Säulen gefertigt. Panorama: klick

Kommentar dazu:



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Rainer Freyschmidt, 5.4.2009
Liegen am Steg ist nicht kostenlos! Dennoch nicht ungünstig. Gemeinde (Palamut?) kassiert 25,00 TYL für erste, 10,00 TYL für zweite Nacht. Unmögliches Benehmen eines vom Restaurant gesponserten (?) oder selbsternannten (?) "Hafenkapitäns", der viel bei Ankunft mit Charterskippern trinkt und die Liegeplätze regelt (mit Karneval-Kapitänsmütze! - mehr wenn gewünscht). Lokal zu teuer (u. a.: "heute gibt es kein Fleisch, nur Fisch!") SY JUBENJA"

Christian Zuviel, 9.2.2010
Muss bestätigen: Nix ist kostenlos. Der Karnevals-"Hafen"-Kapitän nimmt mindestens 25 Euro, weil er angeblich die Küstenwache bestechen muss, nicht zum Kontrollieren zu kommen. Die Liegegebühr konnten wir auf 15 Euro herunterhandeln, Wasser kam am nächsten Morgen tröpfelweise. Fisch kostet 70 Euro pro Kilo, Fleisch gibts heute nicht. Beim Trinken mit der Crew (mit pseudo-Kontrolle der Schiffspapiere) wird diese ziemlich heftig genötigt, Plätze in der Kneipe zu reservieren. Oh ja, ganz vergessen. Die Toiletten sind nicht nur nicht renoviert, sondern waren total verdreckt und deswegen geschlossen. Mein Tipp: Nicht anlegen, in der Bucht ankern (Ankerwache!) und überlegen, ob man sich die Kneipe leisten kann.