Der Insider

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Sadun Boros schwerer Abschied von seiner KISMET
August 2010


Sadun Boro, 1928 in Istanbul geboren, heute 82 Jahre alt, ist der erste Türke, der mit seiner kleinen Yacht KISMET die Welt umsegelte. Er wuchs an der Küste des Marmara Meeres auf, lernte dort das maritime Leben kennen und lieben, und hatte schon, während er noch zur Oberschule ging, sein erstes Segelboot. Nach seinem Abschluss an der Galatasaray High School, ging er 1948 nach England, um an der Manchester University Ingenieurwissenschaften zu studieren. 1952 segelte er zum ersten Mal mit einer 11-Meteryacht von England über den Atlantik in die Karibik. 2004 veröffentlichte er ein Buch über diese Reise.

KISMET, die Yacht mit der er alle seine anschließenden Reisen unternahm, ist eine 10,50 Meter lange Spitzgatt-Ketsch, die 1963 in Istanbul auf Kiel gelegt wurde. Saduns größter Ehrgeiz war es mit dieser Yacht als erster Türke um die Welt zu segeln. 1966 startete er mit seiner deutschen Frau Oda. Auf den Kanarischen Inseln enterte die berühmt gewordene Katze "Mico" das Boot. Die Erinnerungen an diese dreijährige Reise rund um die Welt beschrieb Sadun später in seinem Buch "Pupa Yelken", das in der Zeitung Hürriyet vorab gedruckt wurde. Zwischen 1977 bis 1979 startete die junge Familie mit der inzwischen acht Jahre alten Tochter Deniz zu einer zweiten Weltumrundung. Diese brachen sie jedoch in der Karibik ab, um über die Ostküste Nordamerikas ins Mittelmeer zurück zu segeln.

Seit Anfang der 80er Jahre lebt Sadun Boro mit Oda in Bodrum. Sein geliebtes Heimrevier ist der Gökovagolf, von dem er sagt, dass er das schönste Segelrevier der Welt sei. Mehr und mehr beginnt er sich für den Umwelt- und Meeresschutz in der Ägäis zu engagieren, insbesondere für die Buchten im Raum Göcek. Er arbeitete hart, segelt mit KISMET kreuz und quer durch die Ägäis bis ins Ionische Meer, schreibt viele Artikel in Zeitschriften und Zeitungen, um der jungen Generation das Thema Schutz der Natur nahe zu bringen. Und publizierte viele Bücher, insbesondere den Törnführer "Vira Demir", der die türkische Küste in allen Details von Istanbul bis Iskenderun beschreibt und für den er dringend einen Übersetzer und Verleger für eine englische und eine deutsche Ausgabe sucht.

Im Juli 2010 wurde KISMET nach Istanbul gebracht. Dort findet sie im Rahmi M. Koç Museum einen würdigen Platz. Ähnlich wie die DAPHNE von Göran Schildt, die restauriert und aufgeriggt im Zustand von 1947 in Turku bei Helsinki im Forum Marinum steht - siehe klick

Sadun Boro Kismet'ine çok zor veda etti...!


Kommentar dazu:



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Samos

Alex (SY Sea Rocco), 31.05.2011
Schade, denn es war immer schön, die "Kismet" in Degirmen Bükü liegen zu sehen und Sadun Boro begegnen zu können. Auch einmal in Astakos (Ionisches Meer). So ein schönes Schiff gehört eigentlich auf's Wasser, nicht unbedingt in ein Museum.

Jörg Graff, 16.10.2009
Die Zollgebühren von 30 EUR pro Schiff beim Einklarieren in Griechenland aus der Türkei kommend, die im letzten Jahr in Pythagorion kassiert wurden (und offensichtlich nur dort), werden neuerdings auch in Kos kassiert, in Symi bislang noch nicht. Offizielle Begründung: Für jedes Schiff, das von außerhalb der EU in Griechenland ankommt, ist diese Gebühr für den Zoll fällig, zusätzlich zu den schon länger üblichen 15 EUR beim Hafenmeister. Diese insgesamt 45 EUR nähern sich langsam der horrenden Einreise-Strafgebühr vor 5 oder 6 Jahren, die ja dann von Brüssel verboten wurde. Die Griechen denken sich immer wieder neue Schikanen aus, um Yachttouristen fernzuhalten (warum eigentlich?).
Nach meinem Kenntnisstand ist so eine Gebühr nur für Yachten mit Nicht-EU-Flagge fällig, aber nicht für die Einreise einer EU-Yacht aus der Nicht-EU. Ich werde im Winter den griechischen Generalkonsul in Hamburg deswegen mal anschreiben, um Klarheit zu bekommen. Viel Grüße aus Nisyros Jörg Graff

Jörg Graff, 6.5.2009
Genau solche "Zollgebühren" musste ich Anfang Juni 2008 von Kusadasi kommend in Pythagorion auch bezahlen. Begründung: Ich würde aus der Türkei (= Nicht-EU) einreisen und dann wäre dieser Betrag eben fällig. Auf meinen Einwand, dass 3 Wochen vorher in Symi keine solche Gebühr fällig war, sagte der Zollbeamte mir, er kenne den Kollege in Symi, er wäre alt und vertrottelt und kenne die Vorschriften nicht gut genug.



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